Wie im vergangenen Jahr ist die Schweiz das innovativste Land der Welt, gefolgt von Schweden, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich, wie die Ausgabe 2019 des Global Innovation Index (GII) zeigt. Zwölf der 20 wichtigsten GII-Länder befinden sich in Europa. Die Niederlande verlieren zwei Plätze (von zwei auf vier), Deutschland bleibt auf dem 9. Platz stabil.

Die Schweiz steht zum neunten Mal in Folge an der Spitze der GII. Ihre solide, starke Leistung führt zu hervorragenden Innovationsergebnissen, einschließlich Patentanmeldungen, IP-Empfängern und Hightech-Produkten in der Fertigung. Schweden ist dank seiner entwickelten Infrastruktur, eines innovativen Wirtschaftssektors und der Ergebnisse von Wissen und Technologie die zweitinnovativste Volkswirtschaft der Welt. Der GII ist eine Initiative der Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO.

WIPO Global Innovation Index 2019

In seiner zwölften Ausgabe will der GII den politischen Entscheidungsträgern helfen, besser zu verstehen, wie sie innovative Aktivitäten, die ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind, fördern und messen können. Der GII 2019 listet 129 Volkswirtschaften auf der Grundlage von 80 Indikatoren auf, von traditionellen Messungen wie Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen und internationalen Patent- und Markenanmeldungen bis hin zu neueren Indikatoren wie der Entwicklung von Mobiltelefon-Applikationen und Hightech-Exporten.

Die fünf weltweit führenden Wissenschafts- und Technologiecluster: Tokyo-Yokohama (Japan); Shenzhen-Hong Kong, China (China); Seoul (Republik Korea); Peking (China); San Jose-San Francisco (USA).

Francis Gurry © WIPO

Der GII 2019 befasst sich auch mit dem wirtschaftlichen Kontext: Trotz der Anzeichen einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums floriert die Innovation vor allem in Asien weiter, aber der Druck durch Handelsverzerrungen und Protektionismus droht laut dem Bericht zu zunehmen. Eine solide staatliche Planung von Innovationen ist entscheidend für den Erfolg, sagt Francis Gurry, Generaldirektor der WIPO. „Der GII zeigt uns, dass Länder, die der Innovation in ihrer Politik Priorität einräumen, ihr Ranking deutlich verbessert haben. Der Ausbau des GII durch Wirtschaftsmächte wie China und Indien hat die Geographie der Innovation verändert und spiegelt das bewusste politische Handeln in diesen Ländern zur Förderung der Innovation wider“, sagt Gurry.

Die wichtigsten Ergebnisse des GII:

  • Die globale Landschaft aus Wissenschaft, Innovation und Technologie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Volkswirtschaften mit mittlerem Einkommen, insbesondere in Asien, tragen über das Internationale Patentsystem der WIPO immer mehr zur globalen Forschung und Entwicklung (F&E) und zu internationalen Patentierungsraten bei;
  • Der GII 2019 zeigt, dass die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung – insbesondere in einigen Volkswirtschaften mit hohem Einkommen, langsam oder gar nicht steigen. Das ist angesichts der zentralen Rolle des öffentlichen Sektors bei der Finanzierung der für zukünftige Innovationen entscheidenden Grundlagenforschung bedenklich;
  • Ein verstärkter Protektionismus birgt Risiken. Wenn dieser nicht unter Kontrolle gehalten wird, wird er zu einer weltweiten Verlangsamung des Wachstums der Innovationsproduktivität führen;
  • Die Innovationsein- und -ausgänge konzentrieren sich nach wie vor auf sehr wenige Volkswirtschaften. Die Unterschiede bestehen auch darin, wie effektiv die Volkswirtschaften eine Rendite aus ihren Innovationsinvestitionen erzielen. Einige Volkswirtschaften erreichen mit weniger mehr;
  • Die meisten Top-Wissenschafts- und Technologiecluster befinden sich in den USA, China und Deutschland, während Brasilien, Indien, der Iran, die Russische Föderation und die Türkei ebenfalls unter den Top 100 sind. Die ersten fünf Cluster: Tokyo-Yokohama (Japan); Shenzhen-Hong Kong, China (China); Seoul (Republik Korea); Peking (China); San Jose-San Francisco (USA).

„Der Global Innovation Index ordnet die Volkswirtschaften nach ihrer Innovationskapazität und -leistung ein“, sagt Soumitra Dutta, ehemalige Dekanin und Professorin für Management an der Cornell University, einem Mitherausgeber des GII. „Aber der Index liefert auch wertvolle Einblicke in die Dynamik globaler Innovationen: Er zeigt die Volkswirtschaften, die sich durch Innovation auszeichnen, und die Länder, die erfolgreicher sind, wenn es darum geht, Investitionen für Innovationsinputs in Innovationsprodukte umzusetzen. Die Lehren aus diesen Innovationsführern bieten anderen nützliche Hinweise zur Innovationspolitik.“

WIPO Global Innovation Index 2019