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Die erste Ladung des innovativen Rohstoffs Kaumera wurde ausgeliefert. Die Anlage in der niederländischen Gemeinde Zutphen lieferte 20.000 Liter zur Verwendung als Biostimulator. Biostimulatoren sind Stoffe, die das Wachstum von Pflanzen positiv beeinflussen. Ein zweites Werk wird im benachbarten Epe gebaut. Die beiden Fabriken sind weltweit die ersten, die Kaumera produzieren.

Kaumera ist ein neuer biobasierter Rohstoff, der aus Rest- und Abwasser gewonnen wird. Die Innovation führt zu 20 bis 35 Prozent weniger Schlammabfall, weniger CO2-Emissionen und Energieeinsparungen von 30 bis 80 Prozent.

Kaumera wird von der Rohstofffabrik des Wasserverbandes Rijn und IJssel hergestellt. Das Biotechnologie-Unternehmen ChainCraft ist der Käufer der ersten Lieferung. Koppert Biological Systems wird das Rohmaterial so aufbereiten, dass es für einen großen Feldversuch in einem landwirtschaftlichen Betrieb verwendet werden kann. Die Verwendung von Kaumera als Biostimulans zielt darauf ab, bestimmte Pflanzeneigenschaften zu verbessern.

Kaumera nachhaltige Alternative

Kaumera ist ein von der Sprache der Maori abgeleiter Begriff und bedeutet “Chamäleon”. Es gilt als nachhaltige Alternative zu Chemikalien. Das Produkt kann zum Beispiel als Beschichtung für Saatgut und Düngemittelpellets oder als Klebstoff und Bindemittel verwendet werden. Der Rohstoff ist eine geleeartige Substanz mit besonderen Eigenschaften. So kann beispielsweise Wasser sowohl abgestoßen als auch absorbiert werden. Und es ist feuerbeständig.

Kaumera ist ein Nebenprodukt der Nereda-Technologie, einer neuen Art der Abwasserreinigung. Aerobe Bakterien, die in kompakten Pellets wachsen, reinigen das Abwasser. Die Pellets bieten große Vorteile gegenüber der Verwendung von Chemikalien und im Hinblick auf den Energieverbrauch. Die Technologie benötigt weniger Gebäudefläche für die Installation und führt auch dadurch zu geringeren Kosten.

Die Nereda-Technologie wird auch in der Kläranlage in Zutphen eingesetzt. Im vergangenen Jahr wurde eine spezielle Anlage gebaut, um das Rohmaterial aus den Schlamm-Pellets zu gewinnen. Es ist geplant, dreihundert Tonnen pro Jahr zu produzieren.

Preise gewonnen

Verschiedene Partner arbeiten in den Niederlanden gemeinsam an der Innovation. Dazu gehören die Wasserverbände Rijn und IJssel und Vallei en Veluwe, die Technische Universität Delft, das Ingenieurbüro Royal Haskoning DHV, das Wissenszentrum Stowa und das Biotechnologieunternehmen ChainCraft.

Eine zweite Anlage für die Produktion von Kaumera ist in Vorbereitung. Die Wasserbehörde Vallei en Veluwe baut nun ein zweites Werk in Epe, das im Frühjahr fertiggestellt werden soll. Hier wird gereinigtes Abwasser aus der Gemeinde Epe für die Produktion des Biostimulators verwendet.

Kaumera hat bereits den Aquatech-Innovationspreis und den Wasser-Innovationspreis (Schoon Water) gewonnen. Das bezeugt die hohen Erwartungen an den neuen Rohstoff.

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Über den Autor

Paul Smits ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Journalist. Die meiste Zeit arbeitete Paul als Reporter für eine Zeitung (Rotterdams Dagblad, AD). Heute arbeitet er als Freiberufler aus Südamerika (Ecuador).