Noch immer sterben weltweit täglich Tausende von Menschen an den Folgen von COVID-19. Für die behandelnden Ärzte wäre es sehr wichtig, bereits in einem frühen Stadium zu wissen, wer ein hohes Risiko hat und wer nicht. Hohes Alter und Fettleibigkeit sind wichtige Risikofaktoren, aber sie sind keine wissenschaftliche Tatsache. In gewisser Weise ist es immer noch ein Rätsel, warum der eine Patient auf der Intensivstation landet und der andere nicht.

Das Universitätsklinikum Göttingen (UMG) hat nun ein Behandlungsverfahren entwickelt, um Menschen mit schweren SARS-CoV-2-Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Alles, was es dazu braucht, ist ein einfacher Urintest.

Die Niere ist eines der ersten betroffenen Organe

Einer der führenden Ärzte, Professor Oliver Gross

Laut UMG können Urintests dazu verwendet werden, Hochrisikopatienten zu erkennen, noch bevor sie ernsthafte Lungenprobleme entwickeln und andere Organe befallen werden. Die Nieren scheinen eines der ersten Organe zu sein, die von dem Virus befallen werden.

Die UMG-Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse diese Woche im Wissenschaftsmagazin The Lancet. Seit dem 24. April wird die neue Arbeitsmethode an mehreren Universitätskliniken in Deutschland erprobt. Auch mit ausländischen Universitäten werden Informationen ausgetauscht. Nach Ansicht der Forscher werden ihre Ergebnisse auch durch pathologische Forschungen an verstorbenen Patienten gestützt.

Die Methode besteht aus ein paar wenigen Schritten. Zunächst wird der Urin auf Anzeichen einer Entzündung untersucht. Dann die auf Menge an Albumin (ein wichtiges Eiweißmolekül) in Blut und Urin und das Vorhandensein der Substanz Antithrombin. Diese drei Parameter zusammen sagen den Ärzten genug über die Risiken aus, die ein Patient hat.

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Über den Autor

Author profile picture Maurits Kuypers schloss sein Studium der Makroökonomie an der Universität Amsterdam mit dem Schwerpunkt internationale Arbeit ab. Seit 1997 ist er als Journalist tätig, zunächst 10 Jahre lang in der Redaktion von Het Financieele Dagblad in Amsterdam, dann als freier Korrespondent in Berlin und Mitteleuropa. Wenn es um technologische Innovationen geht, hat er immer ein Auge auf die finanzielle Machbarkeit eines Projekts.