In the 1960s, the scientific goals of the US were to land on the moon and find a cure for cancer. The first succeeded, the last failed. Photo: Pixabay

Gegen Ende der Europäischen Innovationstage gaben renommierte Wissenschaftler der Europäische Kommission und Politiker Ratschläge, worauf sie bei der Forschungsfinanzierung mit Geldern des Horizon-Fonds der EU achten sollten (in Höhe von rund 100 Milliarden Euro). Diese Zuschüsse für die wissenschaftliche Forschung werden vom Europäischen Forschungsrat der EU vergeben. Wie sich herausstellt muss man kein Genie sein, um die Tipps zu verstehen, die die an diesem Forschungsrat beteiligten Spitzenwissenschaftler der Europäischen Kommission gegeben haben. Schließlich geht es um Freiheit, Geld und Aufgeschlossenheit. Dazu kommt natürlich eine gute Portion Neugierde.

Tipp 1: Konzentrieren Sie sich auf das Funktionsprinzip, nicht auf die Anwendung

Ben Feringa ist Professor für Molekulare Wissenschaften an der Universität Groningen. Im Jahr 2016 erhielt er den Nobelpreis. Er baute den kleinsten Motor der Welt, den Nanomotor. Er wollte wissen, wie sich Moleküle bewegen, ohne sich zu fragen, was er dabei herausbekommt. Durch Zufall fand er heraus, dass Moleküle sich vorwärts und nicht rückwärts bewegen. Dies ermöglichte ihm den Bau von Molekularmotoren. Er arbeitet nun an einer Beschichtung, die sich selbst reinigt, durch das Einbauen winziger Nanomaschinen. Diese können auf Solarmodulen angebracht werden, in Farbe für Häuser verarbeitet werden, auf Fenster angebracht werden, die man durch die darin enthaltenen Molekularmotoren nicht mehr putzen muss, erklärte er. „Ich wollte verstehen, wie das Prinzip hinter molekulare Bewegung funktioniert. Ohne vorher den Nutzen zu kennen. Wenn man das Prinzip versteht, führt es zu vielen Innovationen.“

Tipp 2: Lassen Sie den wissenschaftlichen Nachwuchs selbstständig denken

Jean-Marie Lehn ist Professor für Chemie an der Universität Straßburg und erhielt 1978 den Nobelpreis für die chemische Grundlage der molekularen Erkennung. Er wollte wissen, warum sich bestimmte Moleküle gegenseitig suchen und andere nicht, was er die Soziologie der Moleküle nennt. Dabei entdeckte er, dass sie wie ein Schlüssel in einem Schloss zusammenpassen. Seiner Ansicht nach ist es wichtig, dass der Europäische Forschungsrat talentierten jungen Wissenschaftlern Zuschüsse gewährt, damit sie unabhängig von Professoren denken und wissenschaftliche Forschung nach eigenem Ermessen betreiben können. Auf diese Weise baut Europa eine unabhängige Denkgruppe mit exzellenten wissenschaftlichen Forschern auf. Unabhängigkeit bedeutet laut Lehn auch Verantwortung. Das bedeutet, dass junge Wissenschaftler sich die Zuschüsse verdienen, aber ihre Forschung letztlich auch zu Ergebnissen führen muss.

Tipp 3: Geben Sie talentierten Forschern viel Zeit

Emmanuelle Charpentier ist wissenschaftliche Leiterin der Abteilung für Pathogene bzw. Krankheitserreger am Max-Planck-Institut. Sie gewann 2018 den Kavli-Preis. Sie ist Mikrobiologin und entdeckte, wie sich Bakterien gegen Viren wehren. Das daraus entstehende Wissen wird für die Gentechnik genutzt. Sie vertritt die Meinung, dass genügend Zeit für die Forschung vorgesehen werden sollte. Andernfalls ist Grundlagenforschung nicht möglich. „Ich höre von jungen Wissenschaftlern, dass sie nur drei Jahre Zeit haben, um etwas zu erfinden. Das ist viel zu kurz.“ Besser ist es, Stipendien zu vergeben, die eine langfristige Forschung – 10 bis 20 Jahre – ermöglichen, damit die Wissenschaftler Zeit zum Nachdenken haben. Politiker wollen schnelle Ergebnisse. Das ist nicht der richtige Weg“, fügte die ehemalige Präsidentin des Europäischen Forschungsrates Helga Nowotny hinzu. Sie leitete die Diskussion. „Forschung und Denken brauchen Zeit, um zu reifen.“

v.l.n.r.: Professoren Emanuelle Charpentier, Ben Feringa, Gesprächsleiterin und ehemalige Professorin Helga Nowotny, Professoren Virginijus Siksnys, Christine Petit und Jean Marie Lehn.

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