Natürlich waren Nuala Burke (29) und Lise Pape (37) aus Dänemark mehr als froh. Ihre Erfindung hat den mit 1 Million Euro dotierten Preis für soziale Innovation der Europäischen Kommission erhalten. Es bringt sie ihrem Ziel näher, Menschen mit Gehbehinderungen, wie z.B. der Parkinson-Krankheit, ein längeres mobiles und unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Ihre Firma heißt ‘Walk with path’ und ihr Produkt Pathfinder – Pfadfinder. Hierbei geht es um einen Streifen aus Gummi, mit dem ein kleines Licht auf einem Schuh befestigt werden kann. An der Spitze des Schuhes scheint dann das Licht und zeigt an, wohin man gehen muss. Dies ist eine einfache, aber unerlässliche Hilfe für Parkinson-Kranke, erklärt Pape dem EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, Carlos Moedas. “Menschen mit Parkinson-Krankheit leiden unter dem Phänomen des sogenannten Einfrierens. Sie fühlen sich wie am Boden festgeklebt und können nicht weitergehen.”

Einfrieren

“Eine Möglichkeit, dieses Einfrieren aufzulösen, ist, dem Fuß ein Hindernis in den Weg zu legen.” sagt Pape. “Dann steigen sie darüber und können weitergehen.”

Das fand sie heraus, als ihr eigener Vater, jetzt 73 Jahre alt, die Parkinson-Krankheit bekam. Um ihm zu helfen, stellte sie ihren Fuß vor seinen, damit er darüber treten konnte. Sie entdeckte, dass der Vater das Einfrieren auflösen und weiterlaufen konnte, wenn sein Fokus auf einem Objekt vor oder auf dem Fuß lag.

Licht

Das mit dem Gummistreifen am Fuß befestigte Licht sorgt ebenfalls für diesen Fokus. Pape und Burke entwickelten ihr Produkt in Zusammenarbeit mit Bas Bloem, Professor für Neurologie der Radboud University in Nimwegen. Das Produkt is seit 2017 auf den Markt.

250.000 Euro

Zwei weitere Start-ups, die älteren Menschen dabei helfen länger mobil zu bleiben, erhielten 250.000 Euro. Einer davon ist der Schweizer Myo-Anzug. Der Schöpfer des Produkts, Kai Schmidt, studierte Maschinenbau. Nachdem seine Großmutter eine neue Hüfte bekommen hatte und nur mit einem Rollator gehen konnte, machte er sich Gedanken darüber, welche besseren Möglichkeiten es geben könnte, ihr beim Gehen zu helfen. Deshalb begann er, sich auf die Entwicklung dieses medizinisch-technischen Produkts zu konzentrieren.

Kunststoff-Skelett

Er hat sich für sie einen Roboteranzug ausgedacht. Der besteht aus einem Kunststoffskelett, das um Hüfte und Beine herumgeht und von einer Batterie angetrieben wird, die der Benutzer in einem Rucksack mit sich führt. Das Skelett ist leicht – die Batterie leider nicht, sagt Schmidt. Es kann für Menschen mit allen möglichen Erkrankungen nützlich sein, die es zur Unterstützung ihrer Muskelkraft einsetzen wollen.

Kai Schmidt in seinem Plastikskelett

Arzt als stellvertretender Bürgermeister

Der dritte Gewinner, der ebenfalls 250.000 Euro für Investitionen ein sein Unternehmen erhielt, war Mob4seniors aus Toulouse, Frankreich. Sie erstellten eine digitale Karte, die es älteren Menschen erleichtert, an kommunalen Aktivitäten teilzunehmen. “Gesund und sozial.”, so die Erfinder. Unterstützt wurden sie von ihrem stellvertretenden Bürgermeister, der nicht nur Verwalter und Politiker, sondern auch Arzt ist. Das habe ihnen geholfen, sagten sie dem Kommissar.