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Betreiben Sie von zu Hause aus echte Weltraumforschung. Suchen Sie nach schwarzen Löchern. Denn jeder kann am zivilen Wissenschaftsprojekt Lofar Radio Galaxy Zoo teilnehmen. Die einzige Bedingung ist, dass Sie einen Computer mit Internetanschluss besitzen.

Das hat das Niederländische Institut für Radioastronomie (ASTRON) angekündigt. Es ist auch für sein Radioteleskop in Westerbork bekannt. Die Wissenschaftler bitten die Öffentlichkeit zur Hilfe, um die Ursprünge von Hunderttausenden von Galaxien zu finden, die mit dem größten je gebauten Radioteleskop entdeckt wurden: LOFAR (Niederfrequenz-Teleskop). Woher kommen diese mysteriösen Objekte, die Tausende von Lichtjahren groß sind? ASTRON erklärt, dass das neue Projekt für private Wissenschaftler jedem, der Zugang zum Internet hat, die „aufregende” Möglichkeit bietet, sich an der Suche nach schwarzen Löchern im Zentrum dieser Galaxien zu beteiligen.

Komplexe Formationen

Astronomen verwenden Radioteleskope, um Bilder vom so genannten Radio Sky zu machen. Ebenso wie optische Teleskope wie das Hubble-Weltraumteleskop Aufnahmen von Sternen und Galaxien machen. Mit einem Radioteleskop aufgenommene Fotos zeigen jedoch ein Bild, das sich sehr von dem eines optischen Teleskops unterscheidet.

Sterne und Galaxien kann man am Radio Sky nicht direkt sehen. Stattdessen kann man eine Fülle komplexer Formationen, die mit massereichen schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien assoziiert sind, entdecken. Der größte Teil des Staubs und Gases um ein Schwarzes Loch herum wird von dem Schwarzen Loch verschluckt. Ein Teil dieses Materials wird jedoch ausströmen und in den Weltraum ausgestoßen. Dieses Material bildet dann massive, extrem heiße Gasfahnen, die in riesigen Formationen von Radioteleskopen aufgenommen werden.

Wohin gehört dieses Schwarze Loch?

Das Super-Teleskop LOFAR, das vom Niederländischen Institut für Radioastronomie betrieben wird, hat inzwischen vier Millionen Radioquellen entdeckt. Einige Hunderttausend von ihnen haben sehr komplizierte Formationen. So komplex, dass es schwierig ist, zu bestimmen, welche Galaxien mit welchen Radioquellen in Verbindung stehen. In anderen Worten: Wohin und in welche Galaxie gehört dieses Schwarze Loch?

Das internationale Team hinter LOFAR besteht aus mehr als zweihundert Astronomen aus achtzehn Ländern. Ihnen ist es unmöglich, alle Radioquellen und ihre Galaxien zu identifizieren. Deshalb bitten diese Astronomen die Öffentlichkeit um Hilfe. Die Bürger werden gebeten, sich die von LOFAR aufgenommenen Bilder zusammen mit Bildern von Galaxien anzusehen und dann zu identifizieren, welche Radioquelle zu welcher Galaxie gehört.

Universität Leiden

„Die neuen LOFAR-Forschungen über den Radio Sky haben Millionen von bisher unentdeckten Radioquellen aufgedeckt. Mit Hilfe der Öffentlichkeit können wir die Art dieser Quellen untersuchen. Wo sind ihre schwarzen Löcher? In welcher Art von Galaxien befinden sich die Schwarzen Löcher?” sagt Huub Röttgering von der Universität Leiden.

Tim Shimwell (von ASTRON und der Universität Leiden) erläutert, warum das wichtig ist: „Die Aufgabe der Freiwilligen besteht darin, die Radioquellen der richtigen Galaxie zuzuordnen. Das wird den Forschern helfen zu verstehen, wie Radioquellen entstehen, wie sich Schwarze Löcher entwickeln und wie riesige Mengen an Material mit einer so beispiellosen Energiemenge in den Weltraum ausgestoßen werden können.“

Radio Galaxy Zoo ist Teil des Zooniverse-Projekts, der weltweit größten und beliebtesten Plattform für die Forschung durch Bürger.

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Über den Autor

Author profile picture Paul Smits ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Journalist. Die meiste Zeit arbeitete Paul als Reporter für eine Zeitung (Rotterdams Dagblad, AD). Heute arbeitet er als Freiberufler aus Südamerika (Ecuador).