Während viele Musikfestivals Wissenschaft und Technik begrüßen, können Sie an diesem Wochenende in Lowlands sogar an der wissenschaftlichen Grundlagenforschung teilnehmen. Während des Festivals wird imec Niederlande eine neue Testmethode erforschen, um den Alkoholgehalt im Blut der Besucher zu bestimmen und herauszufinden, ob und wie Menschen sich körperlich synchronisieren können. Darüber hinaus zeigt das Forschungsinstitut in Zusammenarbeit mit der Rabobank, wie das Gewächshaus der Zukunft aussehen wird.

Wer fährt?

Mit einer Brille, die die Bewegung Ihrer Augen misst, will imec den Alkoholgehalt Ihres Blutes bestimmen können, und um so viele Testdaten wie möglich zu sammeln, erledigt das Forschungsinstitut das auf Lowlands. Eline van Uden, Kommunikationsspezialistin bei imec Niederlande: „Wir haben die Möglichkeit, viele Daten zu sammeln, weil es viele Besucher gibt, und wir testen eine neue nicht-invasive Methode, um ihren Blutalkoholspiegel so genau und zuverlässig zu messen wie ein Bluttest. Dafür brauchen wir eine Menge Daten. Lowlands ist dafür sehr geeignet. Wir machen mit den Teilnehmern an der Forschung einen Alkoholtest und die ganz harten Kerle können sich sogar Blut abnehmen lassen. Dann vergleichen wir die Ergebnisse der Tests.“ Diese Recherche sollte zu neuen Anwendungsmöglichkeiten der Technologie führen. „Denken Sie an die Überwachung von Menschen mit Alkoholproblemen oder einen genauen Test für die Polizei“, so Van Uden.

Liebe im Rhythmus

Die zweite Studie, an der Besucher von Lowlands teilnehmen können, betrifft die Synchronisation. Die Forschung zeigt, dass Menschen in der Lage sind, sich physisch miteinander zu synchronisieren. Um herauszufinden, wie das funktioniert, wird imec auch auf diesem Gebiet forschen. Mit einem Stressmessgerät werden mehrere Körperfunktionen der Teilnehmer gemessen, sowohl bei Paaren als auch bei Fremden. „Das ist ein relativ neues Wissenschaftsgebiet, über das wenig bekannt ist. So werden wir sehen, ob Menschen unterschiedlich auf die Herzschläge des anderen reagieren, wenn sie sich gegenseitig an den Händen halten, ihre Augen schließen und den Herzschlag des anderen über Kopfhörer hören. Konvergieren ihre Herzschläge, passt sich einer dem anderen an, wenn ja, wer dominiert dabei?“

Das Gewächshaus der Zukunft

Neben diesen beiden Experimenten hat imec auch den „Grow Smart 2050″-Pavillon auf Lowlands. Die hier gezeigte Technologie basiert auf Daten bestehender High-Tech-Gartenbau-Gewächshäuser in dem von Interreg finanzierten Forschungsprojekt Grow! Mit dem Gewächshaus der Zukunft will imec in Zusammenarbeit mit der Rabobank die Menschen dafür sensibilisieren, wie Technologie dazu beitragen kann, die Lebensmittelproduktion nachhaltiger zu gestalten.

Rene Elfrink von imec Niederlande weiß mehr über die Technologie: „Wir können bereits heute an jeder Anlage, die das Mikroklima der Anlage misst, einen Sensor kostengünstig platzieren. Die Sensortechnologie ermöglicht es uns, Abweichungen, die auf eine Krankheit oder einen Pilz hindeuten, frühzeitig zu erkennen. Dadurch kann der Züchter früher eingreifen, was den Einsatz von Pestiziden deutlich reduziert und letztendlich überflüssig macht. Unser Ionensensor misst die Wasserqualität, während die CO2-Sensoren die Luftqualität des Gewächshauses für eine optimale Klimatisierung messen. Indem man dies in einer vertikalen Installation zeigt, bekommt man einen guten Eindruck von den Möglichkeiten, die es bereits gibt. Wir werden natürlich auch selbst vor Ort sein, um mehr Auskünfte zu geben.“