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Ziel der Automotive Photonics Conference ist es, die Automobilindustrie und die Welt der Photonik näher zusammenzubringen. Laut Photonik-Professor Ifelfonso Tafur Monroy ist die Technik entscheidend für die Weiterentwicklung von selbstfahrenden Autos und die Brainport-Region könte dabei eine wichtige Rolle spielen.

Woche der Photonik-Anwendungen

Monroy wird auf der Konferenz sprechen, die am 2. Oktober auf dem Automotive Campus in Helmond stattfinden wird. Die Konferenz ist Teil der Photonics Applications Week (30. September – 4. Oktober), in der verschiedene Branchen erfahren können, was die vielversprechende Kombination von Licht und Strom für ihre Branche zu bieten hat.

Viel Aufmerksamkeit

Professor Monroy ist Spezialist für die Terahertz-Technologie, die in der Photonik genutzt wird. „In letzter Zeit haben Teraherzfrequenzen aufgrund ihrer günstigen Eigenschaften viel Aufmerksamkeit erregt“, erklärt er. Die Frequenzen werden z.B. in Detektionsanschlüssen am Flughafen und bei der Erkennung von gefälschten Medikamenten eingesetzt, eignen sich aber auch für einen sehr schnellen Datentransfer.

Mobiles Rechenzentrum

Laut Monroy bietet die Photonik eine Lösung für diesen Datentransfer. Autonome Autos verarbeiten viele Daten. Es geht wirklich um Petabyte. Jedes Auto wird zu einem kleinen Rechenzentrum. Die Kommunikation mit anderen Fahrzeugen und Systemen erfordert sehr schnelle Verbindungen. Man benötigt eine drahtlose Technologie, um diese Daten effizient auszutauschen, und dann kommt man schnell zur Teraherz-Technologie.

Eine Frage der…..

Wie groß die Rolle der Photonik sein wird, ist für den Professor schwer zu sagen. Autonome Autos müssen unter den unterschiedlichsten Bedingungen funktionieren können, was bedeutet, dass auch eine Kombination von Technologien zum Einsatz kommen wird. Sie hängt auch von der Notwendigkeit autonomer Systeme ab. Am Anfang könnte man vielleicht auf diese Systeme verzichten, aber wenn wir immer fortschrittlichere Systeme entwickeln, werden wir diese Technologie immer mehr brauchen.

Sensoren

Eine weitere wichtige Anwendung für die Photonik in der Automobilindustrie sind die Sensoren. Evert Schaeffer, TomToms europäischer Leiter des Produktmanagements, erklärt, wie das Unternehmen die Technologie bereits in autonomen Fahrdiensten einsetzt. Schaeffer wird auch in der kommenden Woche auf der Konferenz sprechen. „Unser Netzwerk von Testfahrzeugen verfügt über photonische Phasensensoren (sogenannte LIDAR-Sensoren – LIDAR steht für Light Detection and Ranging), die die Umgebung abbilden und in ein digitales Punkt-zu-Punkt-Netzwerk verwandeln. Diese Daten werden für die Erstellung von Karten verwendet, können aber auch in Personenkraftwagen mit Selbstfahrfunktion verwendet werden, um den genauen Standort des Fahrzeugs auf der Karte zu ermitteln.“

Potential

„Es wird erwartet, dass immer mehr photonische Sensoren für fortgeschrittene autonome Funktionen eingesetzt werden“, so Schaeffer weiter. „Ich sehe jetzt eine Reihe von Herstellern mit Autos auf dem Markt, die diese Sensoren bereits enthalten. Wie sich das entwickeln wird, bleibt abzuwarten, aber das Potenzial ist sicherlich vorhanden. Allerdings müssen wir bei den Kosten einen Durchbruch erzielen. Stromsensoren sind ziemlich teuer. Um das auf ein gutes Niveau zu bringen, bedarf es noch einiger technologischer Durchbrüche.“

Investitionen und Management

Monroy ist einverstanden. „Es sind große Investitionen nötig, um die Teile des Puzzles zusammenzusetzen und die Produktion wirklich in Gang zu bringen. Man braucht Pioniere, um das umsetzen zu können. In die Provinz Noord-Brabant gibt es alles Nötige: die Unternehmen und Teststandorte auf der einen Seite und die Universitäten mit dem Know-how auf der anderen Seite. Das Einzige, was fehlt, ist ein wenig Anleitung, ein Dirigent, der das Orchester leiten kann. Mit mehr Investitionen und Ausrichtung haben wir das Potenzial, wirklich ein wichtiger Akteur im Bereich der Photonik zu werden.“

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