Kinder durch eine Online-Plattform stärkern. Insbesondere Kinder in ländlichen Gebieten arabischsprachiger Länder. Denn wo es an guter Ausbildung mangelt, kann vielleicht das Handy helfen. Daran glaubt man bei NoBox Lab, einem Start-up aus Tanger, einer der größten Industriestädte Marokkos.

Mitinhaberin Sophia El Barja spricht über die Ursprünge von NoBox Lab und wie es ist, ein Start-up in Marokko zu führen.

Was ist NoBox Lab?

NoBox Lab ist ein soziales Unternehmen, das Kindern hilft, bestimmte Fähigkeiten wie kritisches und innovatives Denken, Entscheidungsfindung und Engagement in der Gemeinschaft durch praktische Aktivitäten zu erwerben.

Wie möchten Sie das erreichen?

Indem wir mit den Kindern praktische Aktivitäten zu verschiedenen wissenschaftlichen Themen durchführen. Dies kann in Zusammenarbeit mit NGOs, an Schulen oder in unserem Büro geschehen, wo wir auch entsprechende Räumlichkeiten haben. Darüber hinaus entwickeln wir auch eine Online-Plattform, die aus Videos besteht, in denen ein Kind ein bestimmtes Naturphänomen oder ein wissenschaftliches Thema erklärt, z.B. warum der Himmel blau ist. Darüber hinaus wird es auf der Plattform auch Online-Spiele geben: Spiele, die Spaß machen, von denen die Kinder aber wirklich etwas lernen”.

Warum der Name “NoBox Lab”?

“Weil wir der Meinung sind, dass das marokkanische Schulsystem die Kinder zu schnell in Kisten steckt, so dass sie sich nicht trauen, weiter als bis zu dieser Kiste zu schauen. Wir wollen das Schubladendenken abschaffen und Kinder andere Dinge entdecken und sehen lassen – jenseits der Schubladen. Unser Motto lautet: “Denkt nicht über den Tellerrand hinaus, sondern denkt, als gäbe es keinen Tellerrand”.

Welches Problem löst NoBox Lab?

“Hier in Marokko wird man ein Kind nicht so leicht sagen hören, dass es Astronaut oder Ingenieur werden will. NoBox Lab möchte, dass Kinder eine realistische und unverfälschte Sicht auf die Möglichkeiten haben, die es gibt und was sie in dieser Welt tun können. Dies kann zum Beispiel durch wissenschaftliche Experimente in Schulen geschehen, durch die Entwicklung von Online-Spielen über einen kleinen Jungen im Weltraum oder durch ein Video, in dem ein Kind erklärt, warum der Himmel blau ist”.

Die Plattform ist in arabischer Sprache, so dass wir Kinder in der gesamten MENA-Region (Naher Osten, Nordafrika, Afghanistan und Pakistan) erreichen können. Das ist wichtig: Gerade hier gibt es in vielen ländlichen Gebieten Bildungsnachteile, während heutzutage fast jeder der Erwachsenen ein Handy hat und unsere App herunterladen kann”.

Was sind die Pläne für dieses Jahr?

Wir hoffen, dass die Online-Plattform bis zum Ende dieses Jahres vollständig entwickelt und im App- and Play Store verfügbar sein wird. Die Videos können bereits auf unserem YouTube-Kanal angesehen werden. Das ideale Szenario wäre, dass wir im Dezember 2020 viele Downloads in den App- und Play Stores und tausend Abonnenten unseres Kanals haben”.

Was ist Ihr Ertragsmodell?

Ein monatliches Abonnement, genau wie Netflix und Spotify. Wir haben Marktforschung betrieben, und unsere Zielgruppe – die Eltern der Kinder – scheinen bereit zu sein, dafür zu bezahlen.”

Wo wird NoBox Lab in 5 Jahren stehen?

Dann wird unsere Online-Plattform in der gesamten MENA-Region verfügbar sein, und es wird Millionen arabisch sprechender Kinder geben, die von unserer Plattform profitieren. Wir werden auch noch mehr mit NGOs und anderen Unternehmen zusammenarbeiten, die sich für das Wohl der Kinder einsetzen”.

Wie ist es, ein Start-up in Marokko zu leiten?

Ich weiß nicht, ob das für alle gilt, aber wenn ich aus eigener Erfahrung spreche… Wenn man hier ein Start-up gründen kann, kann man es überall machen. Es war wirklich schwer, vor allem am Anfang. Die Finanzierung, die Unterstützung von anderen Unternehmern und meiner eigenen Familie. In Marokko haben wir ein bestimmtes Bild von einem Unternehmer: ein Mann mit viel Geld und einer dicken Rolex am Handgelenk. Wenn man dem nicht entspricht, wird man nicht so schnell ernst genommen. Aber ich muss auch sagen, dass sich die Dinge allmählich ändern. Junge Menschen werden von der Regierung immer mehr ermutigt, unternehmerisch tätig zu werden”.

Titelbild: Sophia El Bahja und Walid Machrouh

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