Verpackungen, die Alarm schlagen oder die Temperatur messen – was noch nach Fiktion klingt, könnte in den kommenden Jahren Wirklichkeit werden. Erste Prototypen gibt es bereits. Damit Verpackungen Nachrichten versenden, werden sie mit gedruckten Schaltkreisen und Displays ausgestattet. Der Vorteil: Gedruckte Elektronik ist dünn, leicht, flexibel, aber robust genug, um Informationen zu übermitteln. Sie kann bereits während der Produktherstellung oder als aufgeklebtes Label auf die Verpackung integriert werden.

Neue Kommunikationswege mit smarten Verpackungen

Smarte Verpackungen mit integrierter Elektronik ermöglichen neue Kommunikationskanäle. Sie verknüpfen die reale mit der digitalen Welt. Für das Gesundheitswesen gibt es bereits Prototypen: Arzneischachteln werden mit E-Paper-Displays ausgestattet und per App und Bluetooth verbunden. Ärzte hätten damit die Möglichkeit, ihren Patienten individuelle Dosierungen mitzuteilen und sie anzupassen, wenn sich der Gesundheitszustand verändert. In der personalisierten Medizin gewinnt die gedruckte Elektronik immer mehr an Bedeutung“, sagt Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der OE-A (Organic and Printed Electronics Association), einer Arbeitsgemeinschaft im VDMA.

Kostenoptimierung treibt Markt

Kosten einsparen, ist einer der wichtigsten Faktoren für die Entwicklung smarter Verpackungen im Pharma-Bereich. Wenn Patienten ihre verordneten Medikamente nicht korrekt einnehmen, kann das teure Nachbehandlungen zur Folge habe. Blisterverpackungen mit integrierten Uhren und Schaltkreisen, die die Tabletteneinnahmen registrieren, könnten dies lösen. Bei jeder vergessenen Einnahme würde die Packung blinken oder eine Erinnerungsnachricht verschicken. In klinischen Studien werden bereits heute smarte Verpackungen getestet. Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren können die korrekte Lagerung von Medikamenten überwachen. Aber auch für Lebensmittel oder andere sensible Güter ist die Sensortechnik interessant.

NFC Technik

Die Nahfeldkommunikation, NFC, spielt bei smarten Verpackungen eine Schlüsselrolle. Sie ist bereits durch Skipässe und dem kontaktlosen Bezahlen mit dem Handy bekannt. Verbraucher empfangen somit Produktbeschreibungen, Videos und weitere Informationen direkt auf dem Mobiltelefon, sobald es an die Verpackung gehalten wird.

Bis zum Jahr 2024 soll sich der Markt rasant entwickeln. Experten gehen von einem Volumen von über 48 Milliarden US-Dollar aus. Einblick in die neusten Entwicklungen im Bereich gedruckter Elektronik gibt die Messe LOPEC (Large-area, Organic & Printed Electronics Convention), die vom 19. bis zum 21. März 2019 in München stattfindet.

Foto: Pixabay

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Über den Autor

Author profile picture Christiane Manow-Le Ruyet ist Journalistin. Stets neugierig und immer bereit Neues zu erfahren. Neben IT und Architektur ist sie auch in den Bereichen Nachhaltigkeit und Food zu Hause. Und wenn sie mal nicht schreibt, zeichnet sie. Am liebsten Sketchnotes. Das ist ihr zweites Steckpferd - als ausgebildete Innenarchitektin vielleicht auch kein Wunder.