‚Your sneak preview of the future‘ ist der Slogan von Innovation Origins und darum geht es auch in der Kolumne Start-up of the Week. In den letzten Tagen wurden fünf Start-ups des Tages vorgestellt und am Samstag wählen wir einen Wochensieger.

Innovation Origins präsentiert an jedem Werktag ein Start-up of The Day.

Wir betrachten verschiedene Aspekte wie Nachhaltigkeit, Entwicklungsphase, praktische Anwendung, Einfachheit, Originalität und die Übereinstimmung mit den Zielen der UNESCO für nachhaltige Entwicklung. Unsere Wochensieger können Preise gewinnen. Darüber hinaus können unsere Wochengewinner einen weiteren Preis erhalten. Denn am Ende eines jeden Kalendermonats wählen unsere Leser zusammen mit den Redakteuren von IO den Start-up des Monats!

Livin Farms AgriFood – Mehlwurmsandwich gefällig?

Insekten könnten theoretisch ein hervorragender Fleischersatz sein. Sie sind vollgepackt mit lebenswichtigen Nährstoffen, viel umweltfreundlicher als eine Kuh im Stall und gehören in vielen asiatischen Ländern sogar zur lokalen Küche. Wir in der westlichen Welt mögen sie jedoch überhaupt nicht. Die Vorstellung von Insekten auf unseren Tellern erfüllt uns meist mit Abscheu.

Ist das ein Problem? Nun, das ist es tatsächlich. Weltweit wird ein Drittel der Ackerfläche für die Rindfleischproduktion genutzt. Nicht nur die Kühe selbst, sondern auch ihr Futter muss irgendwo produziert werden. Und das nimmt viel Platz in Anspruch. Mehlwürmer sind in dieser Hinsicht viel nachhaltiger und können zu essentiellen Proteinen für Fleischersatzprodukte verarbeitet werden.

Das deutsche Start-up Living Farms AgriFood will den Mehlwurm in den nächsten Jahren in Europa einführen. Und nein, sie sollen nicht wie Würmer auf dem Teller landen. Sie werden zu winzigen Stücken verarbeitet, damit man sie nicht bemerkt.

Evegreen – Wohnaccessoires aus Biokunststoff

Slowenien; ich glaube nicht, dass dieses Land jemals zuvor hier erwähnt worden ist. Dennoch findet über Evegreen auch dort nachhaltige Innovation statt. Dieses Start-up brachte eine Reihe von Blumentöpfen und Kerzenständern auf den Markt, die aus biologisch abbaubarem Kunststoff hergestellt werden. Das bedeutet, dass Ihre Zimmerpflanze in einem Topf gehalten wird, der ebenfalls aus pflanzlichen Materialien besteht.

Das neueste Produkt ist ein biologisch abbaubarer Kerzenständer für Gräber auf Friedhöfen. Das bedeutet, dass sich die Person, die das Grab pflegt, nicht mehr darum kümmern muss, weil sich der Kerzenständer schließlich im Regenwasser auflöst und dann als Kompost verwendet wird. Und so wird er – genau wie Ihr verstorbener Angehöriger – zu einer willkommenen Mahlzeit für Regenwürmer, was bedeutet, dass sich der Kreis des Lebens wieder schließt.

Helpr – der unermüdliche Roboterlehrer

Chatbots hatten nicht immer ein sehr gutes Image, aber sie werden immer besser und intelligenter. Einige werden zum Beispiel in den sozialen Medien eingesetzt, um Menschen zu täuschen, andere haben jedoch edlere Absichten. Ein Beispiel dafür ist Helpr – ein pädagogischer Chatbot, den Schüler und Studenten immer belästigen dürfen.

Die Macher dieses Roboters hatten früher ein Hausaufgabenzentrum. Sie stellten fest, dass die Schülerinnen und Schüler sehr oft immer wieder die gleichen Fragen zu ihren Aufgaben stellten. ‚Wie funktioniert die Schwerkraft?’ und dergleichen. Es gab ein gewisses Maß an Vorhersagbarkeit … so dass sich das mit einer Software perfekt automatisieren ließ. Sie mussten diese selbst entwickeln, da die vorhandene Bot-Software hauptsächlich auf Kundenbetreuung ausgerichtet war. Ein Lehrer ist etwas völlig anderes.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Helpr kennt die Antwort auf Zehntausende von Fragen und kann mit einem Tastendruck konsultiert werden. Niemand muss mehr die Hand heben. Am Ende soll der Bot ein vollwertiger Assistenz-Lehrer werden, damit der eigentliche Lehrer – der normalerweise ziemlich beschäftigt ist – nicht belästigt wird.

Prolira – Scannen Sie ein Delirium innerhalb von anderthalb Minuten

Eine Untersuchung des Gehirns auf ein Delirium ist immer noch eine ziemlich kostspielige Angelegenheit. Es müssen zwanzig Elektroden am Kopf angeschlossen werden, und die Prozedur dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. „Das könnte schneller gehen”, dachte man sich beim Start-up Prolira in Utrecht. Sie haben den DeltaScan entwickelt, der dies in nur eineinhalb Minuten erledigen kann. Und die Vorteile beschränken sich nicht nur auf die eigentliche Untersuchung, sondern schließen auch den Aufnahmeprozess ein.

Um jemanden mit einem Hirnscan zu testen, wird derzeit ein analoger Fragebogen von einer Krankenschwester ausgefüllt. Das Problem bei dieser Methode ist, dass sie ungenau und zeitaufwendig ist. Die Hälfte bis drei Viertel aller Delirien bei Patienten werden zu spät erkannt. Und bei diesem Zustand ist es entscheidend, dass man sie rechtzeitig behandelt. Der DeltaScan hat eine Genauigkeit von 90 % und Scans können aufgrund seiner kompakten Größe überall durchgeführt werden.

Monobase – schwimmende Windturbinen

Der Bau eines Windparks auf See ist eine ziemlich mühsame Arbeit. Dazu werden mit speziellen Kranschiffen ganze Fundamente auf dem Meeresboden installiert, auf denen die Turbinen montiert werden. Abgesehen davon, dass die Meeresbewohner darüber nicht gerade glücklich sind, kostet es auch einiges. Ist dieses Fundament wirklich notwendig, wenn man das Windrad auch wie ein Boot schwimmen lassen könnte?

Monobase hat eine schwimmende Version entwickelt, die viel weniger Bauarbeiten benötigt und die gleiche Energieleistung wie ein normales Windrad erzeugt. Mit nur drei einfachen Schleppern kann es so aufgestellt werden, dass es seine eigene nachhaltige Energie erzeugen kann. Außerdem muss die Montage der Teile dieser Turbine nicht auf See erfolgen, sondern kann problemlos an Land durchgeführt werden. Auch das spart eine Menge Kosten.

Die Windturbine schwimmt tatsächlich auf einer Art riesigem hohlen Sonnenschirmständer. Füllt man ihn mit Wasser auf, sinkt er auf den Grund und ist fest verankert. Diese clevere und unkomplizierte Methode bedeutet, dass keine Pfähle mehr in den Meeresboden gerammt werden müssen. Dadurch wird auch der Schaden am Meeresboden auf ein Minimum reduziert. Tatsächlich bildet das Fundament ein künstliches Riff, in dem die Unterwasserbewohner wohnen können. Grüne Energie ist natürlich fantastisch, aber es ist ein bisschen schade, wenn sie auf Kosten der biologischen Vielfalt geht. Monobase ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man mit einem sehr einfachen Plan immer noch enorme Innovationen realisieren kann. Deshalb verdienen sie unsere Trophäe der Woche.

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