Vier Studienfreunde gehen im April dieses Jahres auf Studienreise nach Valencia. Sie steigen zum ersten Mal in ihrem Leben auf einen Elektroroller und denken: “Wow, das macht Spaß. Das ist es, was wir auch in den Niederlanden brauchen”. Ein halbes Jahr später sind sie es, die den Stillstand bei der Einführung der E-Roller in den Niederlanden überwinden.

Die ersten Versuche laufen seit dem 1. November in Tilburg. Im nächsten Jahr wird Waalwijk an der Reihe sein. Das Ziel ist, bis Ende nächsten Jahres rund 400 Miet-Roller zur Verfügung zu stellen. Und danach? Wer weiß. Die Niederlande sind groß und die Welt auch.

Die Geschichte von Hannes van Bellen, Teun Verschuren, Mike Meeusen und Thomas van Heeswijk ist fast zu gut, um wahr zu sein. Der Traum eines Jungen nach amerikanischem Vorbild. Sie brachten innerhalb von sechs Monaten ein Unternehmen zum Laufen, das erfolgreich ist. Respekt!

Wie bereits erwähnt, es begann im April mit einer Studienreise für den Studiengang Entrepreneurship & Retail Management an der Hogeschool Avans in Breda, erzählt Hannes Van Bellen, der neben Citysteps auch mit dem Aufbau des Start-ups Fruitbreak beschäftigt ist. Sie hatten einen tollen Tag voller Spaß mit den E-Rollern und dachten: “Das sollte auch in den Niederlanden ein Erfolg werden”.

Der Anfang in Valencia

Zu ihrem Glück wussten sie nicht, wie viel Widerstand den Rollern nach dem Drama in der niederländischen Stadt Oss entgegengebracht wurde, wo vier Kinder nach einem Zugunglück mit einem elektrischen Lastenfahrrad getötet wurden. Seit diesem schrecklichen Unfall im Jahr 2018 müssen neue Elektrofahrzeuge wesentlich strengere Sicherheitsanforderungen erfüllen. Im Falle der E-Roller zögern viele niederländische Städte außerdem, da die Roller erfahrungsgemäß in den Stadtzentren verstreut herumliegen.

Doch die vier Jungen aus Breda ließen sich nicht entmutigen. “Trotz der Gesetzeslage haben wir uns entschieden, einen Container voller E-Roller zu kaufen, wenn nötig nur für Privatpersonen im Ausland. Der Container wird allmählich leer, aber der Roller ist in den Niederlanden immer noch nicht auf der Straße erlaubt.”

Was habt ihr dann getan?

Van Bellen: Wir hatten gute Kontakte zu einigen Unternehmern in Tilburg, wie Jaap van Ham von der Dachbar Doloris, die uns gerne helfen wollten. Als wir nach einem E-Roller suchten, der den Regeln des niederländischen Rijksdienstes für den Wegverkeer (RDW) entsprach, landeten wir seltsamerweise über dieselbe RDW bei einem Unternehmen, dem es gelungen war, einen solchen Roller zu entwerfen. Danach war der Kontakt schnell hergestellt und der Ball kam ins Rollen.

Was ist so anders an diesem Roller?

Die größten Unterschiede bestehen im Design mit einem Fahrradlenker und größeren Rädern als die Roller in anderen europäischen Städten. Dies kommt sowohl der Sicherheit als auch dem Komfort und der Versicherbarkeit zugute. Außerdem können die Roller nur 20 km/h fahren, was im Vergleich zu den Rollern von Konkurrenten wie Lime, Tier und Bird relativ wenig ist.

Ihr habt bereits in Tilburg angefangen. Wie läuft es?

Wir haben jetzt mit 20 Rollern begonnen, die hauptsächlich für den Freizeitbereich bestimmt sind. Man kann sie in einem Arrangement für einen ganzen Tag von 10.00 bis 15.00 Uhr bestellen. Die Kosten betragen 49,50 € für den Roller sowie Kaffee, Kuchen, Mittagessen und ein Getränk in der Dachbar Doloris am Hauptbahnhof.

In Tilburg findet man die E-steps bei Rooftopbar Doloris

Was ist eurer Ziel in Tilburg?

Wir hoffen, dass wir innerhalb eines Jahres auf 200 Roller und einige zusätzliche Mietstationen neben Doloris angewachsen sind.

Und Waalwijk?

Der große Unterschied zu Tilburg ist, dass wir in Waalwijk zumindest zu Beginn eher auf Geschäftskunden ausgerichtet sind. Das Ziel ist das gleiche. Wir beginnen klein und wollen dann innerhalb eines Jahres auf ca. 200 Roller kommen. Wir denken, dass es dafür einen Markt gibt, mit großen Unternehmen wie der Internetbuchhandlung Bol.com in der Nähe.

Und gibt es noch andere Städte, in denen ihr loslegen wollt?

Sicherlich. Ich kann keine Namen nennen, aber wir reden mit ein paar Städten. Was wir letztendlich wollen, ist ein nationales Netzwerk. Unser Ehrgeiz ist groß, aber wir brauchen etwas Zeit. Schließlich fangen wir gerade erst an!

Sind Sie an Start-ups interessiert? Lesen Sie hier alle Artikel aus unserer Serie.

 

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Über den Autor

Author profile picture Maurits Kuypers schloss sein Studium der Makroökonomie an der Universität Amsterdam mit dem Schwerpunkt internationale Arbeit ab. Seit 1997 ist er als Journalist tätig, zunächst 10 Jahre lang in der Redaktion von Het Financieele Dagblad in Amsterdam, dann als freier Korrespondent in Berlin und Mitteleuropa. Wenn es um technologische Innovationen geht, hat er immer ein Auge auf die finanzielle Machbarkeit eines Projekts.