Ein niederländisches Start-up namens Coolfinity hat bereits mehrere Preise gewonnen. Zuletzt wurde das Unternehmen als Innovation Award Honoree in der CES-Kategorie „Tech for a better world“ nominiert. Coolfinity wird die Auszeichnung anlässlich eines Besuchs der Technologiemesse CES Anfang Januar 2020 erhalten. Zusammen mit Prinz Constantijn von den Niederlanden nehmen sie an diesem 3-tägigen Großevent in Las Vegas teil. Coolfinity revolutioniert die Welt der Elektronik durch die Einführung einer erstaunlichen neuen Kältetechnik auf dem Markt.

Was macht Coolfinity?

Das Ziel von Coolfinity ist es, eine zuverlässige Kältetechnik für Menschen zu gewährleisten, die in Ländern mit unzuverlässigen Stromsystemen leben. Wir glauben, dass lange Stromausfälle und schwache Stromnetze in diesen Ländern das Leben und die Möglichkeiten der Menschen nicht einschränken sollten. Wir betrachten zuverlässige Kältetechnik als ein Grundrecht. Dennoch gibt es über 70 (meist tropische) Länder auf der Welt, die mit einer unzureichenden, unzuverlässigen und begrenzten Stromversorgung zu kämpfen haben. Das führt zu unzuverlässiger Kältetechnik, was enorme Konsequenzen hat. So werden beispielsweise 20 % der Lebensmittel verschwendet und 151 Millionen Impfstoffe gehen jedes Jahr durch unzuverlässige Kühlung verloren. Zuverlässige und nachhaltige Kühlung wirkt als Katalysator für die Menschen in den Schwellenländern. Sie steigert ihre Lebensqualität.

Coolfinity hat die IceVolt 300 Kühlvorrichtung entwickelt. Sie benötigt nur 6 Stunden Strom (Solar oder Strom), um 24 Stunden kühl zu bleiben. Diese Kühlvorrichtung ist speziell dafür ausgelegt, für 24 Stunden eine stabile Temperatur von 5° Celsius zu halten. Das entspricht den Anforderungen der WHO. Wenn ein Stromausfall länger dauert, bleibt unser Kühlschrank fast 2 Tage lang bei Temperaturen zwischen 2-8 °C kühl. Er arbeitet unter harten tropischen Bedingungen sehr effektiv (bis zu 43° Celsius). Und dank der Technologie von Coolfinity ist kein Notstromaggregat erforderlich. Coolfinity wird durch ihre einzigartige und innovative Kühllösung dabei helfen, die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren, teure Medikamente zu schützen und wertvolle Leben auf der ganzen Welt zu retten.

Woher kam die Idee für das Unternehmen?

Ich bin Industriedesigner und habe über 25 Jahre Erfahrung in der nachhaltigen Produktentwicklung sowie im Marketing mit verschiedenen Unternehmen, darunter Heineken. Bei Heineken wurde ich mit der Herausforderung von Stromausfällen in Subsahara-Afrika und dem Mangel an Kältetechnik konfrontiert. Um diese innovative Lösung zu finden, haben mein Team und ich die herkömmliche Kältetechnik radikal umgestaltet. Da die Kältetechnik nicht zum Kerngeschäft eines Bierunternehmens gehört, wurde das Projekt leider irgendwann eingestellt. Während ich auf der Couch saß und enttäuscht war, weil ich so viel Potenzial im Kühlschrank sah,fragte mich meine Frau: „Warum bringst du den Kühlschrank nicht selbst auf den Markt?“ Und genau das habe ich getan.

Gibt es viel Konkurrenz auf diesem Markt?

Es gibt Unternehmen, die eine ähnliche Lösung im gewerblichen Bereich versucht haben, aber bisher ohne Erfolg. Im medizinischen Bereich gibt es einige wenige Lösungen. Aber wir glauben, dass unsere Lösung bei weitem die kostengünstigste und effektivste ist.

Was sind die Haupthindernisse?

Neu auf dem Markt zu sein bedeutet, dass man viel Energie, Nachdenken und Geld investieren muss, um sich bei potenziellen Kunden bekannt zu machen.

Worauf sind Sie stolz?

Mein Team und ich sind sehr stolz darauf, dass wir nach zwei Jahren sehr harter und engagierter Arbeit und dem Glauben an die Ziele und Möglichkeiten unseres Produktes nun dabei sind, von den relevanten Leuten auf der ganzen Welt anerkannt zu werden. Wir haben dieses Jahr mehrere wichtige Preise erhalten. Einer davon ist der Innovationspreis in der Kategorie „Tech for a better world“ auf der kommenden CES 2020. Wir wurden von der CES eingeladen, unser Produkt Anfang nächsten Jahres in Las Vegas, auf der größten Technologiemesse der Welt, zu präsentieren.

Darüber hinaus freuen wir uns, dass wir nun auch in Mali, einem Land in einem unserer Schlüsselmärkte, eine Repräsentanz haben. Wenn man in Westafrika, unserem Hauptmarkt, Geschäfte machen will, ist es notwendig, vor Ort präsent zu sein. So können die Menschen das Produkt sehen und besser verstehen.

Was sind Ihre Pläne für das Jahr 2020?

In diesem Jahr haben wir unseren medizinischen Kühlschrank IceVolt 300M während der MEDICA-Messe in Düsseldorf weltweit eingeführt. Unsere Gewerbekühlbox IceVolt 300 werden wir während der Messe CES 2020 international einführen.

Darüber hinaus wollen wir im Jahr 2020 die Unterstützung von NGOs gewinnen, erweitern hoffentlich unsere Repräsentanzen in wichtigen Märkten und werden unsere Kühllösungen erfolgreich zu den Menschen in der Welt bringen, die sie am meisten benötigen.

Was ist Ihr Ziel für die kommenden fünf Jahre?

In den kommenden fünf Jahren wollen wir unser Geschäft ausbauen, mehr Märkte und mehr Menschen erreichen. Wir sehen auch eine Rolle für uns selbst in der Entwicklung von Kühllösungen, die zum Energiewandel beitragen. Das ist etwas, was wir angesichts des Klimawandels tun müssen. Wir haben ein Pilotprojekt in Drenthe, Niederlande, gestartet, bei dem wir die Spitzenwerte von Solarenergie effektiv nutzen. Auf diese Weise entlasten wir das Stromnetz, wenn es eine ungeplante Spitze in der Solarenergieversorgung gibt. Außerdem wollen wir Energie und Kosten sparen, da unser Kühlschrank nur sechs Stunden lang mit Strom versorgt werden muss, um 24 Stunden lang effektiv kühlen zu können. Die ersten Ergebnisse sehen sehr vielversprechend aus.