/ Ezra Comeau Jeffery

‚Your sneak preview of the future‘ ist der Slogan von Innovation Origins und darum geht es auch in der Kolumne Start-up of the Week. In den letzten Tagen wurden fünf Start-ups des Tages vorgestellt und am Samstag wählen wir einen Wochensieger.

Innovation Origins präsentiert an jedem Werktag einen Start-up of the Day.

Wir betrachten verschiedene Themen wie Nachhaltigkeit, Entwicklungsphase, praktische Anwendung, Einfachheit, Originalität und das Ausmaß, in dem sie mit den Zielen der UNESCO für nachhaltige Entwicklung übereinstimmen. Sie alle werden hier vorgestellt und am Ende wird der Start-up der Woche verkündet.

Magnotherm – Coole Kühlschrankmagnete

Wir kennen sie vor allem als dekoratives Element an der Tür unseres Kühlschrankes. Obwohl sie oft nett aussehen und für Einkaufslisten und eine persönliche Note praktisch sein können, sind sie doch in erster Linie Dekoration. So weit so gut. Wussten Sie, dass Magnete im Kühlschrank tatsächlich eine wichtige Rolle spielen können? Nicht irgendeine Rolle, sondern die absolute Führungsrolle, wenn es nach Magnotherm geht. Das deutsche Start-up-Unternehmen geht die Kühlung auf eine völlig neue Art und Weise an.

Und es hört nicht bei Kühlschränken auf, auch Klima- und Gefrierschränke können mit dieser Methode ihre Kühlfunktion erfüllen. Sie ist viel langlebiger, als die Verwendung von Gasen, die heute praktiziert wird. Diese Gase sind brennbar und tragen wesentlich zu unserem ökologischen Fußabdruck bei. Tatsächlich sind diese Treibhausgase stärker als Kohlendioxid. Wie funktioniert das Ganze? Betrachten Sie es als eine Art Mikrowelle, aber genau umgekehrt. Applaus für Max Fries, den Mitbegründer von Magnotherm und geistigen Vater dieses Verfahrens!

DAC – Gekühlte Luft

Jetzt, da der Winter naht, ist Kühlung scheinbar cool. Denn auch dieses zweite Start-up hat etwas damit zu tun. Nun sind es aber keine Kühlmagnete, sondern gekühlte Luft, die gekühlt wird durch….. Luft. Das ukrainische Team hinter DAC wurde schief angesehen, als sie behaupteten, dass das funktioniert. Es wäre ein Harry-Potter-Zauber, nur möglich in der Fiktion. Nichts könnte jedoch weiter von der Wahrheit entfernt sein. Es wurde eine Zusammenarbeit mit dem Tschechen Pavel Panasjuk vereinbart. Jetzt soll ihre Idee Wirklichkeit werden. Denn warum sollten umweltschädliche Gase verwendet werden, wenn man auch mit Luft kühlen kann?

Der gesamte Kühlprozess ist frei von Treibhaus- und toxischen Gasen. Mit einer Art kinetischer Reaktion von Gasen, die überall um uns herum auftreten, wird die Luft von selbst gekühlt. Und das funktioniert besser, als man denkt. Diese kühlen „Zauberer“ sind in der Lage, die Temperatur in ihrer unmittelbaren Umgebung innerhalb einer Minute um 60 Grad zu senken. Im Moment sind sie auf der Suche nach Investoren, die nicht an heiße Luft oder Luftschlösser glauben, aber dennoch Ohren für ein cooles Schloss aus Stein haben.

Neuron Soundwave – ein Ohr für Geräte

„Ich schätze es, repariere es!“, das ist der Slogan der letzten Kampagne des Postfachs 51. Die Leute werfen viel zu viele Sachen weg, die ganz einfach repariert werden könnten. Nette Ausrede, um etwas neues zu kaufen, oder? Dennoch ist die Reparatur nicht nur besser für die Brieftasche, sondern auch eine Entscheidung für Nachhaltigkeit. Ein kaputtes Gerät ist keine Freude. In der Regel bemerkt man den Defekt erst, wenn er die Bedienung bereits unmöglich macht. Wenn es nur ein System gäbe, das genau voraussagen kann, wann etwas ausfällt. Denn Vorbeugen ist besser als Heilen. Neuron Soundwave wurde zu diesem Zweck entwickelt. Dieses tschechische System „hört“, wenn ein Teil eines Gerätes verschleißt.

Mechanische Teile, die keine lange Laufzeit mehr haben, klingen etwas anders als brandneue Teile. Ein menschliches Ohr kann dies in der Regel nicht wahrnehmen, aber für das selbstlernende System von Neuron Soundwave ist das ein Kinderspiel. Es ist ganz einfach: Man stellt den Empfänger des Neuron Soundwave in einen Raum und er leiht den Geräten um ihn herum sein Ohr. Erkennt der Empfänger eine Anomalie, alarmiert er den Benutzer per E-Mail oder SMS. Ein Gerät bricht selten spontan zusammen, oft geht dem ein Prozess voraus. Dieser gute Zuhörer ist direkt mit dem Internet verbunden, so dass niemand in die Kommunikation einbezogen werden muss. Außerdem lernt er selbst, weil er die Daten mit allen anderen Schallwellen teilt, hinter denen ein Algorithmus steckt, der zunehmend Fehler erkennt.

Eyesynth – Ich höre was, was du nicht siehst

Eigentlich ist es schon seltsam, dass wir mehr über entfernte Galaxien wissen als über unser eigenes Oberstübchen. Glücklicherweise haben es uns die Innovationen der letzten Jahren ermöglicht, mehr über den Ablauf bestimmter Prozesse zu erfahren. Ein Beispiel dafür ist Eyesynth, das blinden Menschen die Möglichkeit gibt, mit 3D-Brillen zu sehen, indem es hört. Hören Sie, wie Objekte aussehen? Nein, es geht hier nicht um eine halluzinogene Droge, sondern um eine futuristische Technologie. Im menschlichen Gehirn arbeiten die Sinne kontinuierlich zusammen, um zu einer Beobachtung zu gelangen. Das Prinzip, auf das sich das spanische Start-up-Unternehmen Eyesynth konzentriert, heißt Synästhesie. Dies bedeutet eine Kopplung ganz unterschiedlicher Sinneswahrnehmungen, sie sind miteinander verwoben. So können wir z.B. bestimmte Farben riechen oder Musik visualisieren. Okay, es ist ein bisschen wie halluzinogene Drogen…..

Babys nehmen zu 100% auf diese Weise wahr. Wenn eine Person älter wird, verschwindet diese Eigenschaft bei den meisten Menschen. Etwa 14 Prozent der Erwachsenen hat eine (leichte) Form der Synästhesie. Das sind oft sehr kreative Menschen. Die 3D-Brille von Eyesynth imitiert diesen Effekt und scheint nach einigen sehr hoffnungsvollen ersten Tests ein Volltreffer für Blinde und Sehbehinderte zu sein. Mit dieser Technologie werden die Daten aus der Umgebung in Schall umgewandelt, wodurch eine geometrische „Form“ im Gehirn entsteht. Dieser Klang wird dann vom Träger mit einem bestimmten Objekt assoziiert. Selbst kleinste Details können sichtbar werden. So können auch Menschen, die noch nie Tageslicht gesehen haben, zu echten Bilddenkern werden.

Vitibot – der Winzer auf Rädern

Das Start-up-Unternehmen VitiBot ist vielleicht der größte Albtraum für hedonistische Reisende, die in einem südeuropäischen Weinberg Urlaubsarbeit verrichten wollen. Während sich die Automatisierung in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten rasant verbreitet hat, sind es immer noch vor allem Handarbeit und fossile Brennstoffe, die für die Winzer das Besondere ihres Produktes ausmachen. Das Beurteilen, Pflücken und dann das Treten des Weins zu Brei ist seit Jahrhunderten eine menschliche Arbeit und braucht viele Hände. Woher kommt dieses Start-up? Nein, lassen Sie sich nicht täuschen. Vinibot kommt tatsächlich aus Frankreich.

Vitibot entwickelte einen intelligenten autonomen Winzer mit dem sehr gemütlichen Namen Bakus. Er arbeitet völlig autonom, kann 24 Stunden am Tag genutzt werden und ist mit seinem Elektromotor sehr energieeffizient. Bakus hat bereits einen beachtlichen Entwicklungsprozess durchlaufen und tut genau das, was ein menschlicher Winzer mit viel Erfahrung tun kann. Wird es eine Zeit geben, in der Roboter die ganze Drecksarbeit auf dem Weinberg machen, während die Menschen nur den Wein genießen müssen? So einfach könnte es sein.

Eine ganze Flotte dieser mechanischen Superwinzer a la Ilja Gort wird in den kommenden Jahren gebaut werden müssen. Und die Vorzeichen dafür sind für die Franzosen durchaus günstig. In diesem Jahr hat das Unternehmen bereits die ersten umfangreichen Mittel erhalten, und in der kommenden Periode sollten weitere Millioneninvestitionen von europäischen Fonds und Risikokapitalgebern erfolgen. Ziel ist es, das Produkt in zwei Jahren auf den Markt zu bringen und so die Weinproduktion ins 21. Jahrhundert zu befördern. Die traditionellen Bilder vom Stanzen, Kommissionieren und Verkosten werden in die Geschichte eingehen. Aber ist das eine solche Katastrophe? Der Weingenuss liegt meist nicht wirklich im aufwendigen Produktionsprozess, sondern im Endprodukt. Apropos Fertigprodukt, Vitibot ist fast marktreif. Ist dies ein neues Kapitel für den Weinbau? Die Zukunft wird es zeigen. Unser Vertrauen haben sie zumindest im Kampf um das Start-up of the week. Santé!

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