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Wie funktionieren schwimmende Sonnenkollektoren in der Praxis und welche Folgen haben sie für die Natur? Wie beeinflussen Wellen und Wind diese Form der Energieerzeugung? Ein Konsortium hat gerade mit einer Studie zu diesem Thema begonnen.

Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen TNO – einer Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung in den Niederlanden –  dem in Saudiarabien beheimateten Petrochemieunternehmen SABIC, dem norwegischen Energieunternehmen Equinor und der niederländischen Gemeinde Westvoorne. Die Studie wird im Fieldlab Green Economy in Westvoorne durchgeführt, an einem See namens Oostvoornse Meer, direkt an der niederländischen Künste.

Das Konsortium hat drei Unternehmen mit vielversprechenden Entwürfen ausgewählt. Sie können auch unter schwierigen Bedingungen mit hohen Wellen, starken Winden und Brackwasser realisiert werden. Die Studie soll zeigen, wie die Anlagen bei Wellen- und Starkwindbedingungen funktionieren und welche Auswirkungen sie auf das Leben unter Wasser und die biologische Vielfalt haben.

Hohe Erwartungen an schwimmende Sonnenkollektoren

Die Erwartungen an schwimmende Sonnenkollektoren sind hoch. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Im Jahr 2050 wollen die Niederlande zweihundert Gigawattpeak (GWp) an Solarenergie erzeugen. Ein relevanter Teil davon ist die Solarenergie auf dem Wasser: 25 GWp auf Binnengewässern und 45 auf dem Meer. Bevor dies umgesetzt werden kann, muss zunächst mehr Wissen über die Auswirkungen von Umweltbedingungen auf die schwimmende Kollektoren und die ökologischen Folgen ihres Einsatzes gesammelt werden.

Die Unternehmen wurden aus zwölf Kandidaten ausgewählt. Es handelt sich um Solar Float aus den Niederlanden und zwei weitere Unternehmen: SolarisFloat aus Portugal und Isifloating von Isiginere aus Spanien.

Die drei Solarsysteme von je 50 kWp werden nach der Installation am Oostvoornse Meer ein Jahr lang auf elektrische Leistung, mechanische Stabilität und ökologische Auswirkungen getestet. Die Ergebnisse können auch innovativen Unternehmen helfen, ihre Produkte im Bereich der Solarenergie weiter zu verbessern. Verschiedene Regierungen, Wissensinstitute und Naturorganisationen sind an der Studie interessiert. Die Ergebnisse können ihnen bei der Planung und Anwendungen schwimmender Solarenergiesysteme helfen.

Ökologische Aspekte

Für die Forschung an den schwimmenden Solarinseln wird eine Kabine mit Messsystemen auf dem Wasser und ein Referenzfeld an Land plaziert. Von der Küste aus wird ein schwimmender Steg mit kleinen Testfeldern mit Solarpaneelen zur Kabine auf dem Meer führen. Die Studie richtet ihr Augenmerk auch auf ökologische Aspekte. Hier ist die niederländische HZ, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften, in besonderem Maße beteiligt. Damit wird das Projekt zu einer der ersten Studien, die die Leistung schwimmender Sonnenkollektoren mit den Auswirkungen auf das Leben im Wasser in Verbindung bringt.

Die neue Studie und das Praxislabor sind ein Abschnitt auf der Roadmap des niederländischen Konsortiums ‘Zon op Water’ (Sonne auf dem Wasser). Die Mission des Konsortiums ist es, die schwimmende Solarenergie zu einem großen niederländischen Erfolg zu machen. Im Jahr 2017 wurde der Startschuss dafür gegeben.

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