Eines der größten Unternehmen in Eindhoven, Sioux Technologies, ist nun auch in Deutschland zu finden. Zu Beginn dieses Jahres hat das Technologieentwicklungsunternehmen die deutsche Firma 4 Plus übernommen. „In Deutschland gibt es einen großen Markt für Medizintechnik. In diesem Bereich möchten wir uns weiterentwickeln. Die Übernahme war ein logischer Schritt“, sagt Arnoud de Geus, Director of New Business Development bei Sioux Technologies.

Sioux begann in der Region Brainport und existiert seit fast 25 Jahren. „Wir haben hier einen hervorragenden Kundenstamm aufgebaut“, sagt De Geus. „Aber wenn wir weiter wachsen wollen, ist es auch gut, einen Kundenstamm außerhalb unserer eigenen Region aufzubauen. Daher hat Sioux auch Niederlassungen in Belgien, Rumänien, Russland, China und seit kurzem auch in Deutschland. Das Unternehmen bietet keine Produkte selbst an, sondern hilft anderen Unternehmen, eine bestimmte Technologie zu entwickeln oder Prozesse um sie herum zu optimieren. So konzentriert sich Sioux beispielsweise auf Märkte wie Halbleiter, Medizin, Automotive und Analytik. „Mit der Expansion nach Deutschland gewinnen wir mehr Kunden auf dem Medizinsektor.“

Verschiedene Möglichkeiten

Es dauert lange, eine solche Firmenübernahme richtig zu organisieren. „Wir hatten schon seit einigen Jahren den Ehrgeiz, nach Deutschland zu expandieren. „Nachdem wir verschiedene Strategien ausprobiert hatten, erwies sich die Übernahme eines Unternehmens als die effektivste. Zuvor hatte das Unternehmen versucht, Dienstleistungen für deutsche Unternehmen aus den Niederlanden zu erbringen. Das erwies sich als schwieriger als erwartet. Selbst ein deutscher Account- und Sales-Manager, der versuchte, die Dienstleistungen von Sioux in Deutschland zu verkaufen, hatte nicht den gewünschten Erfolg. Einer der Gründe dafür war, dass der Vertriebsleiter in Nordrhein-Westfalen tätig war. „Das war nicht die richtige Region. Es gibt dort Technologieunternehmen, aber das eigentliche Hightechzentrum liegt im Süden Deutschlands“, sagt De Geus. Aus einer langen Liste ging 4 Plus mit Sitz im süddeutschen Erlangen schließlich als bester Akquisitionskandidat hervor.

Integration braucht Zeit

Die Unterzeichnung eines Übernahmevertrages ist noch lange nicht das Ende des Prozesses. „Wir wollen, dass alle Sioux-Unternehmen gut zusammenarbeiten“, sagt er. „Wir müssen in das hier investieren.“ Das Unternehmen beschäftigt heute mehr als 700 Mitarbeiter, überwiegend Ingenieure, die in multidisziplinären Projekten zusammenarbeiten. „Es ist aber wichtig, dass alle Unternehmen zum Beispiel mit demselben IT-System arbeiten. Wir arbeiten jetzt an der richtigen Integration dieser Art von Prozessen.“

Laut De Geus nehmen sie auch den aktuellen Stand der Dinge innerhalb des übernommenen Unternehmens ernst. „Wenn es Prozesse gibt, die überall bei Sioux gut funktionieren könnten, werden wir sie natürlich übernehmen.“ De Geus und eine Reihe seiner Kollegen sind regelmäßig in Deutschland, um das zu koordinieren. Ihm zufolge ist das sehr wichtig. „Es ist nicht möglich, ein Unternehmen zu integrieren, wenn man nicht physisch präsent ist.“

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Kulturelle Unterschiede

Laut dem Business Development Director gibt es neben der Sprache nur wenige kulturelle Unterschiede zwischen den Niederlanden und Deutschland. „Obwohl die Deutschen die Hierarchie anders sehen.“ Als Beispiel nennt er ein Gespräch mit einem Manager. In Deutschland können die Mitarbeiter an diesen Diskussionen teilnehmen, müssen aber zurückhaltend und vorsichtig sein. In den Niederlanden ist das alles viel direkter. „Ich finde diese Diskussionen sehr wichtig, vor allem wenn es um Sachfragen geht. Auf diese Weise können die Mitarbeiter einen echten Beitrag leisten, der ihnen ein gutes Gefühl gibt und zur Entwicklung des Unternehmens beiträgt.“

Für Sioux ist sehr wichtig, dass sich die Mitarbeiter im Unternehmen wohlfühlen. Trotz der Expansion des Unternehmens stehen sie im Vordergrund. „Wir sind eine Firma, beider der Mensch im Vordergrund steht. Wir haben kein Produkt, das wir verkaufen, wir bieten einen Service. Die Menschen müssen dazu beitragen. Sie sind entscheidend für die Entwicklung des Unternehmens.“