Ein Team an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg arbeitet an einer COVID-19 Impfung ohne Spritze. Diese Impfung würde mittels Nasen- oder Mundspray in den Schleimhäuten lokale Antikörper bilden, so gab die Friedrich-Alexander-Universität in einer Pressemitteilung bekannt.

Lokale Antikörper bilden

Die Immunantwort dort stärken, wo das Virus in den Körper eintritt: An einem Impfstoff, der als Nasen- oder Mundspray verabreicht wird und in den Schleimhäuten lokale Antikörper bildet, forscht das Team um Prof. Dr. Klaus Überla und Prof. Dr. Matthias Tenbusch vom Lehrstuhl für Klinische und Molekulare Virologie der FAU. Das Projekt ist Teil des Bayerischen Forschungsverbunds FOR-COVID und wird in den kommenden drei Jahre mit 280.000 Euro weitergefördert.

Die Forschenden konnten in der ersten Förderphase seit Herbst 2020 nachweisen, dass Mäuse, die eine über die Nase verabreichte Booster-Immunisierung erhielten, lokale Antikörper in den Nasenschleimhäuten entwickelten. Diese Antikörper können Viren direkt beim Eintritt in den Körper neutralisieren und so das Infektionsrisiko senken.

Dieser Effekt ist bei Impfungen, die in den Muskel verabreicht werden, weniger effizient.

Forschung über die immunologischen Mechanismen

„Nun geht es darum, die immunologischen Mechanismen hinter dieser Art der Impfung zu verstehen und herauszufinden, ob diese Methode auch effizienter gegen neue Virusvarianten wie Omikron schützen kann“, erklärt Prof. Dr. Matthias Tenbusch, Projektleiter der Forschungsgruppe. In Zusammenarbeit mit den Partnern des Forschungsverbunds an anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Bayern testet das Team die Methode mit unterschiedlichen Impfstoffen. Ob die Impfung auch als Mundspray funktioniert, soll in einer klinischen Studie herausgefunden werden. Außerdem will das Team erforschen, welche Faktoren zusammenspielen müssen, damit das Immunsystem bestmöglich gegen Infektionen reagiert und wie man diesen Zustand durch Impfungen herstellen kann.

„Diese neue Form, den Impfstoff zu verabreichen, könnte das Infektionsrisiko unter Geimpften deutlich reduzieren und auch die Gefahr senken, dass geimpfte, infizierte Personen, das Virus unbemerkt weitergeben“, erläutert Prof. Dr. Klaus Überla.

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