Manchmal kann Wissenschaft ganz schön trocken sein. Wenn da beispielsweise von neuen Molekularstrukturen die Rede ist, die über bahnbrechende Eigenschaften verfügen. Für den Laien ist das meistens schwer verständlich. Wissenschaft geht aber auch anders – als Science Slam.

Wissenschaft als Poesiewettstreit anschaulich dargestellt. So ließe sich der Begriff Science Slam locker übersetzen. Er leitet sich aus den Poetry Slams ab, die 1986 in Chicago entstanden. Seit den 1990er finden die Veranstaltungen weltweit statt. Also ein alter Hut? Keineswegs, denn die Vorträge ambitionierter Poeten sind oftmals pointiert und witzig. Und sie greifen neue Aspekte aus Forschung und Wissenschaft auf.

Science Slam im Gasteig

So auch in der Münchner Stadtbibliothek im Kulturzentrum Gasteig am Donnerstag, 29. November. Zehn Minuten hat jeder Slammer Zeit, um sein wissenschaftliches Thema zu präsentieren. Dabei kommt es darauf an, dem Publikum unterhaltsam und verständlich die Forschungserkenntnisse vorzutragen. Je besser, desto höher die Chance am Ende den Siegerapfel mit nach Hause zu nehmen. Denn die Zuschauer entscheiden, wer überzeugt hat. Dazu sind beim Science Slam alle Hilfsmittel erlaubt: vom schwarzen Loch, über Gesang, Beamer, Gedicht oder auch mal der Umweg über das richtige Braten einer Weihnachtsgans. Klar, dass diese Stilmittel großzügig eingesetzt werden. Frei nach dem Motto: Erlaubt ist, was gefällt.

Slammen über Digitales

Für den Science Slam im Gasteig hat sich Initiator Zehnhocheins kein geringeres Thema als Digitalisierung ausgesucht. Da ist fast schon sicher, dass die jungen Wissenschaftler die Lachmuskeln des Publikums beanspruchen werden. Denn es geht nicht um die wissenschaftliche Tiefe eines Vortrags, sondern viel mehr um Unterhaltung. Aber: Meistens gewinnt nicht der, der Dauerlacher hervorruft. Sondern der Slammer, der sein Thema anschaulich und enthusiastisch vortragen kann. Das Ziel ist, die meist verschlossenen Türen zu den Laboren und Hörsälen der Unis zu öffnen. Somit sollen die dort behandelten Themen auch dem Laien zugänglich werden.

Ein Format, das funktioniert

Science Slams wurden in Deutschland erfunden. Bereits 2006 fanden die ersten unterhaltenden wissenschaftlichen Vorträge in Darmstadt statt. 2008 dann auch in Braunschweig. Mit dem Programm 2009 in Hamburg wurden Science Slams auch in den Medien bekannt. Inzwischen gibt es Wettbewerbe in ganz Europa.

Wer sich das wissenschaftliche Spektakel ansehen will, sollte am 29. November um 18 Uhr in der Münchner Stadtbibliothek im Gasteig, Ebene 1.1, Forum dabei sein. Der Eintritt ist kostenlos. Alle, die am Donnerstag keine Zeit haben, können sich ein weiteres Slammer-Event am 15.12. im Münchner Lustspielhaus vormerken. Wer nicht nach München fahren mag, findet auf Science Slam bestimmt die passende Veranstaltung.

 

Foto: © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

 

 

 

 

 

 

 

 

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Über den Autor

Author profile picture Christiane Manow-Le Ruyet ist Journalistin. Stets neugierig und immer bereit Neues zu erfahren. Neben IT und Architektur ist sie auch in den Bereichen Nachhaltigkeit und Food zu Hause. Und wenn sie mal nicht schreibt, zeichnet sie. Am liebsten Sketchnotes. Das ist ihr zweites Steckpferd - als ausgebildete Innenarchitektin vielleicht auch kein Wunder.