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Während sich in Deutschland Politiker, Autoindustrie und Autofahrer um Fahrverbote streiten, setzt die britische Universitätsstadt Oxford ein Zeichen. Der Stadtrat von Oxford und der Grafschaftsrat von Oxfordshire haben endgültige Entwürfe für die erste innerstädtische „Zero Emission Zone“ (ZEZ) (Null-Emissions-Zone) Großbritanniens veröffentlicht, die Zentrum der 155.000-Einwohnerstadt noch in diesem Jahr schadstofffrei machen soll.

2020 werde ein Krisenjahr für unser Klima und unsere ganze Zukunft sein, erklärte Stadtrat Tom Hayes. „Zum Wohle aller in Oxford und insbesondere der Lungen unserer Kinder müssen wir die tödliche Luft, die wir alle atmen, säubern. Oxfords Null-Emissions-Zone wird noch in diesem Jahr in Kraft treten und dazu beitragen, dass 2020 das Jahr wird, in dem wir einen entscheidenden Unterschied machen.“

Die neuen Vorschläge sehen eine Rote Zone vor, die einen kleinen Bereich des Stadtzentrums umfasst und ab Dezember 2020 für alle Fahrzeuge gelten soll. Für den Rest des Stadtzentrums soll ab 2021/2022 eine Grüne Zone eingerichtet werden. Diese soll dann für emissionsfreie Fahrzeuge kostenlos sein, für Fahrzeuge, die die Normen für die Londoner Umweltzone erfüllen, sollen ermäßigte Gebühren gelten.

Die Verantwortlichen erwarten, dass die ZEZ die Luftverschmutzung auch in Städten und Dörfern in ganz Oxfordshire verringern wird, da die Busse und Taxis und andere Fahrzeuge, die Oxford bedienen, auch Städte und Dörfer in der gesamten Grafschaft bedienen. „Mit unserer verstärkten Null-Emissions-Zone und der Einführung von Hunderten von unterstützenden Ladepunkten führt unsere mittelalterliche Stadt die Revolution der Elektrofahrzeuge an“, so Hayes.

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Die Kernpunkte der jüngsten Vorschläge sind:

  • Die Einführung einer Gebührenregelung in der Roten Zone zwischen 7.00 und 19.00 Uhr, mit einer Gebühr von 10 Pfund für nicht konforme Fahrzeuge, die in die Zone einfahren.
  • Ermäßigungen für alle Inhaber blauer Plaketten, die bis Dezember 2024 in die Zone einfahren.
  • Ausnahmen für Unternehmen, die in der roten Zone registriert sind, bis Dezember 2024, dann eine Ermäßigung bis Dezember 2030.
  • Ermäßigung von 90% für die in der Zone lebenden Einwohner bis Dezember 2030.
  • Busse und in Oxford lizenzierte Hackney Carriages, die innerhalb der geplanten Null-Emissionsgrenze fahren, haben bereits Zeitpläne für Null-Emissions-Flotten in ganz Oxford vereinbart und werden nicht gebührenpflichtig sein.

Nach einer informellen Konsultation über die Rote Zone von Dienstag, 7. Januar, bis Freitag, 31. Januar über die Höhe der Gebühren, der Rabatte, die vorgeschlagenen Betriebszeiten für das Gebührensystem etc., soll die Rote Zone im März in die formelle Konsultation gehen und der Entwurf der Gebührenordnung veröffentlicht werden. Sollten sich alle Parteien einig sein, könnte das System schon im Dezember 2020 in Kraft treten.

Die Null-Emissions-Zone in Oxford ist ein ähnliches System, wie das in London zur Durchsetzung von Emissionsvorschriften. Auch andere Städte in Großbritannien – und anderen Ländern wie Deutschland – wollen die Luftqualität durch Fahrverbote verbessern. Übrigens: In italienischen Städten wie der Hauptstadt Rom gibt es im historischen Zentrum schon seit vielen Jahren eine Rote und Grüne Zone, in Düsseldorf soll die Innenstadt ab 2030 ebenfalls emissionsfrei werden.

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Über den Autor

Author profile picture Petra Wiesmayer ist seit mehr als 25 Jahren als Journalistin und Autorin tätig. Sie hat bis heute hunderte Interviews mit Prominenten aus Entertainment, Sport und Politik geführt und zahllose Artikel über Entertainment und Motorsport für internationale Medien recherchiert und verfasst. Als großer Science-Fiction-Fan ist sie fasziniert von Technologien, die die Zukunft der Menschheit mitbestimmen könnten und liest und schreibt gerne darüber.