Die niederländische Regierung will den CO2-Ausstoß bis 2030 gegenüber 1990 halbieren. Dafür stellt sie 34,5 Millionen Euro für Projekte zur Verfügung, die dazu beitragen, die durch Fahrzeuge verursachten schädlichen Emissionen zu reduzieren. Dazu kommen weitere 5,9 Millionen Euro von der EU, die Unternehmen steuern selbst weitere 47 Millionen Euro an Investitionen bei. Die Gesamtinvestition in den Niederlanden wird auf 43 Projekte verteilt und beläuft sich insgesamt auf über 87 Millionen Euro. Die Hälfte soll Innovationen auf dem Batteriesektor vorantreiben, knapp die Hälfte Projekte im Bereich Wasserstoff, ein kleiner Teil die Anwendung von erneuerbaren Biokraftstoffen.

Die ersten Unternehmen bringen ihre Produkte bereits in diesem Jahr auf den Markt. Unter anderem wird das Netz an Wasserstofftankstellen im Land ausgeweitet. Sieben neue Stationen werden in Roosendaal, Utrecht, Nieuwegein, Amsterdam, Dordrecht, Barneveld und Den Helder gebaut.

Wasserstoff oder Batterie

Auf Wasserstoff setzt auch das Unternehmen Van Campen Ecotechniek in Leusden und wird schon 2020 die ersten wasserstoffbetriebenen Straßenkehrmaschinen ausliefern. Als Basis dienen herkömmliche batteriebetriebene Kehrmaschinen, bei denen der Batteriepack gegen einen Wasserstofftank und eine Brennstoffzelle ausgetauscht wurde. „Äußerlich ist das Wasserstofffahrzeug völlig identisch mit einem batteriebetriebenen Fahrzeug”, sagte der Besitzer Marcel van Campen gegenüber dem Hydrogen Magazine. „Bis auf ein sehr kleines Detail, und das ist die Einfüllöffnung für Wasserstoff und ein Auspuff, aus dem nur sauberes Wasser herauskommt.“

Um die Fahrzeuge für den Betrieb mit Wasserstoff ausrüsten zu können, hat Van Campen hat den Hersteller gebeten, die Bereiche für die Batterien und das elektrische System bei künftigen Bestellungen leer zu lassen. Dort installiert Holthausen dann entweder die Brennstoffzelle, die nötige Technik und den Wasserstofftank. Oder das Fahrzeug wird wie gewohnt für den Batteriebetrieb ausgerüstet. Auf diese Weise möchte Van Campen seinen Kunden die Möglichkeit geben, zwischen einer elektrischen und einer wasserstoffbetriebenen Kehrmaschine zu wählen. Der Wasserstofftank fasst insgesamt 2,5 Kilogramm Wasserstoff, der für einen ganzen Fahr- und Kehrtag reicht.

Tanken unnötig

Auch andere Orte setzen vermehrt auf Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. So produziert die Holthausen Gruppe in Hoogezand ebenfalls emissionsfreie Kehrwagen, bei denen die Kunden zwischen Batteriebetrieb und Wasserstoff wählen können. Bei den Wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen bietet das Unternehmen auch eine Variante mit einem kleinen Tank an, der komplett gegen einen vollen ausgetauscht werden kann, so dass der Kehrwagen nicht betankt werden muss. Die Maschinen gibt es in verschiedenen Größen: kleine für Einkaufszentren und größere für die Straßenreinigung. Die ersten Straßenkehrmaschinen aus Hoogezand sollen Anfang 2021 die Straßen in Rotterdam und Groningen kehren.