Juraj Varga, Pixbay

Die Frage, die im Moment wohl fast jeden verunsichert, lautet: Habe ich Corona? Trage ich das Virus symptomfrei in mir und bin eine Gefahr für andere? Muss ich zwei Wochen zu Hause bleiben, weil ich ein leichtes Kratzen im Hals habe? Muss ich mir Sorgen wegen meiner Vorerkrankungen machen? Bei sogenannten moderaten Symptomen wird in Deutschland nur getestet, wer sich in Risikogebieten aufgehalten hat oder im Kontakt mit nachweislich Infizierten war.

Eine App für Berlin

Statt Test könnte es doch auch eine App geben, meinte IO-Kolumnist Auke Hoekstra gestern bei Innovation Origins. Unternehmen lassen uns Webformulare ausfüllen, weil sie dadurch Zeit sparen. Es ist eine äußerst effiziente Art und Weise, Informationen zu sammeln. Wo ist die App, die von uns allen Informationen über alles sammelt, was das Coronavirus betrifft?,“ so Hoekstra.

Die Berliner Charité hat die App. Seit dem 20. März gibt es die CovApp, ein Online-Formular, bei dem man sich in fünf Minuten durch 26 einfache Fragen arbeiten kann: Alter, Tätigkeit, Reiseaktivitäten, Kontakt zu Infizierten, Symptome, chronische Krankheiten, Medikamenteneinnahme…

„Aufgrund der hohen Nachfrage in unserer Charité-Untersuchungsstelle ist es umso wichtiger, Menschen, deren Symptome nicht auf SARS-CoV-2 hindeuten, in der Untersuchungsstelle nicht zu gefährden und andersherum Patienten, die dringend eine Testung brauchen, schnellstmöglich abstreichen zu können“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité.

Die Berliner Charité, eine der größten Universitätskliniken Europas, hat diese App in Kooperation mit der Potsdamer Organisation Data4Life für Berlin entwickelt.

Medizin und Technologie

Die Data4life ist eine gemeinnützige Organisation mit rund 100 Mitarbeitern an 5 Standorten weltweit, die durch den Einsatz von Technologie einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung leistet.

„Als gemeinnützige Organisation haben wir das Privileg und die Pflicht in Zeiten wie diesen mit unserem Know-How und unseren Ressourcen zu helfen, die Situation, die aufgrund der Corona-Pandemie entstanden ist, zu verbessern und die Risiken zu mindern”, erklärt Christian Weiß, CEO von Data4Life.

Die CovApp ist direkt auf der Webseite der Charité verlinkt. Mit PC oder Smartphone bekommt man gleich zu Hause eine Entscheidungshilfe. Im Anschluss an die Befragung erscheinen Handlungsempfehlungen, wie: Anruf bei einer der Hotlines des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Vorstellung beim Hausarzt oder häusliche Isolierung. Außerdem erscheint ein QR-Code, der bei einer notwendigen ärztlichen Untersuchung unter Umständen gleich an die Praxis übermittelt werden kann, um den Arztbesuch vorzubereiten.

Datenschutz

Für die Nutzer ist es sicher auch gut zu wissen, dass der Fragebogen anonym ist und nur auf dem jeweiligen Endgerät bearbeitet und gespeichert wird. Alle Antworten werden nicht an die Charité oder an Dritte übertragen.

Ob die neue App das Gesundheitssystem wirklich entlastet, muss sich erst noch zeigen. Einen kleinen psychologischen Effekt für die Nutzer gibt es aber bestimmt, wenn am Ende der Handlungsvorschlag lautet: Kurieren Sie sich aus und bleiben Sie ruhig!

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