Diese Woche wurde ein Hitzerekord nach dem anderen gebrochen. Um kühl zu bleiben, senkten alle, die eine Klimaanlage hatten, die Temperatur um ein oder zwei Stufen. Aber das hat seinen Preis. Wir alle brauchen etwa 20 Prozent der weltweiten Stromversorgung, um es zu Hause oder im Büro bequem zu haben. Dazu gehören nicht nur Klimaanlagen, sondern auch Elektroventilatoren. Die Internationale Energieagentur, die diese Zahlen liefert, erwartet, dass sich die globale Erwärmung die Energiemenge, die zur Kühlung von Gebäuden benötigt wird, bis 2050 verdreifachen wird.

Das keine Kleinigkeit, aber wir wären nicht Innovation Origins, wenn wir nicht auch nach Lösungen suchen würden. Eine davon ist Sound Energy. Mit ihrer Erfindung wandelt dieses Start-up aus Enschede Abwärme in Kälte um. Und dafür brauchen sie keinen Strom. (Lesen Sie hier, wie es funktioniert.) Das einzige Problem ist, dass dieses System für den Durchschnittsverbraucher ziemlich teuer ist: 40 bis 45 Tausend Euro. Im Moment arbeitet das Team an einer billigeren und weniger leistungsfähigen Version, aber dieses System ist noch nicht verfügbar.

Klimaanlage aus?

Also, schalten Sie einfach die Klimaanlage aus und lesen Sie unter dem kühlenden Laub eines Baumes, welche Art von Innovationen in naher Zukunft das Licht der Welt erblicken werden. Wir wissen nicht, ob wirklich viele von Ihnen das diese Woche getan haben, aber was wir wissen, dass Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema ist. Sie haben die Serie über Batterien vs. Wasserstoff sehr häufig angeklickt (Morgen gibt eine Kolumne von Auke Hoekstra, der sich zweifellos mit diesem Thema befassen wird.) Aber nicht nur nachhaltige Autos schneiden gut ab, denn diese Woche haben Sie mehr über das Verkehrsmittel par excellence in den Niederlanden gelesen: das Fahrrad.

Im Rahmen der Smart Cycling Futures Studie untersuchen Hochschulen, Universitäten, Kommunen und Unternehmen innovative Ansätze für Fahrradprobleme in den Niederlanden. Da das Radfahren hier so verbreitet ist, haben die Wissenschaftler in der Vergangenheit sehr wenig über das Zweirad geforscht. Was ist mit den prallen Fahrradabstellplätzen in den Großstädten? Oder Fahrradwege, die immer belebter und belebter werden und wo es echte Staus von Fahrrädern gibt? Und wie können Radfahrer effektiver von einem Ort zum anderen gelangen? Auf diese und viele andere Fragen versuchen die Teilnehmer der Studie Antworten zu finden.

Mehr Fahrräder als Einwohner

Nach einem alten Klischee gibt es in den Niederlanden mehr Fahrräder als Einwohner. Aber wie sieht es mit der Fahrradnutzung im restlichen Europa aus? So sollen die Niederländer beispielsweise durchschnittlich 1,3 Fahrräder pro Einwohner haben. Wenn es um das Fahrrad als bevorzugtes Transportmittel geht, führen die Niederlande die Liste an. (Die Niederländer benutzen für 27 Prozent ihrer Reisen das Fahrrad.) Dänemark folgt mit fast 20 Prozent. An dritter Stelle steht Deutschland, wo die Menschen 10% der Zeit, in der sie unterwegs sind, auf dem Stahlross verbringen. Dicht gefolgt von Finnland und Schweden, die knapp 10 Prozent ausmachen.

Berlin Bikini-Tour

In Deutschland nimmt die Zahl der Menschen, die auf das Fahrrad steigen, zu. Zum Beispiel in Berlin, wo die Zahl der Radfahrer im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 Prozent gestiegen ist. Die Gemeinde versucht daher, die deutsche Hauptstadt fahrradfreundlicher zu machen. Nach Angaben des Berliner Radsportverbandes ist ihnen das aber noch nicht ganz gelungen. Nicolas Linck, Vorsitzender des Radsportverbandes, sagte der niederländischen Nachrichtenagentur NOS, dass das Zweiradfahren derzeit eher etwas für junge, fitte und sportliche Menschen sei. Um den Stadtrat zu ermutigen, die Radwege für alle sicher zu machen, stiegen die Menschen in Badehosen und Bikinis auf die Räder. So haben sie gezeigt, wie verletzlich Radfahrer im deutschen Verkehr sind.

Bikini Bike Ride Berlin! Für sicheres Radfahren, für gegen Autos in Städten, für gegen Bodyshaming. Heute 15 Uhr Frankfurter Tor. Die Sonne scheint, lasst euch von den Apps keinen Scheiss erzählen:) pic.twitter.com/NRP1zPmlZ2

— Katja Täubert (@KatjaTaeubert) July 14, 2019

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Belgien, Land der Fahrräder?

Aus dem gleichen Grund lassen die Belgier ihre Fahrräder oft stehen. Nach Angaben des Belgischen Instituts für Straßenverkehrssicherheit kommen Belgier auf Fahrrädern tatsächlich dreimal häufiger beim Radfahren zu Schaden als Niederländer. Deshalb versucht die Regierung, die Benutzung von Fahrrädern anstelle von Autos zu fördern. Vor allem die flämische Regierung versucht das durch eine Vielzahl von Subventionen, Rabatten oder Steuererleichterungen zu erreichen. Es werden unter anderem auch Investitionen getätigt, um gefährliche Fahrradwege sicherer zu machen. Ein Teil des Geldes wurde verwendet, um Autos aus der Innenstadt von Leuven raus zu halten, was nach einem Jahr bereits zu 32 Prozent mehr Radfahrern geführt hat. Nach Ansicht des flämischen Ministers für Mobilität reichen die derzeitigen Investitionen jedoch nicht aus. Das Budget (derzeit 138,5 Millionen Euro) muss auf rund 300 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden, um alle Fahrradwege in Flandern sicher zu machen.

Wagemutige Londoner

Auch in anderen europäischen Großstädten haben Radfahrer zu kämpfen. Suchen Sie unter „News“ nach London Cycling und Sie finden jede Menge Berichte über Radfahrer, die bei Unfällen getötet wurden. Londoner (aber auch Menschen von außerhalb der Stadt), die sich davon nicht abschrecken lassen und trotzdem das Fahrrad nehmen, können an der London Cycling Campaign teilnehmen. Diese Institution setzt sich dafür ein, London zu einer echten Fahrradstadt zu machen und hilft Radfahrern, Routen zu planen, die gefährliche Punkte vermeiden.

Seien wir ehrlich, Radfahren ist viel gesünder und umweltfreundlicher als mit dem Auto zu fahren. Hoffen wir also, dass es den europäischen Städten (und auch den amerikanischen, russischen und asiatischen) gelingen wird, in naher Zukunft mehr Menschen auf die Räder zu bekommen. Sie haben noch nicht genügend Fahrradstatistiken gesehen? Mehr über die Vorteile des Zweiradfahrens erfahren Sie hier.