Forscher sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, neue, praktikable Krebsbehandlungen zu etablieren. Hier sind Geschichten über drei innovative Ansätze zur Krebstherapie, die wahrscheinlich die Art und Weise, wie Krebs in Zukunft behandelt wird, verändern werden.

Die molekulare Bildgebung ist ein wissenschaftlich-technisches Gebiet, das darauf abzielt, Informationen über biologische Prozesse auf molekularer und zellulärer Ebene im menschlichen Körper auf nicht-invasive Weise zu erhalten; es identifiziert und charakterisiert Prozesse, die im Körper ablaufen. Die molekulare Bildgebung wird für die Krebsdiagnostik und -behandlung eingesetzt: zum Beispiel in Form von PET (Positronen-Emissions-Tomographie), das den Stoffwechsel in den Zellen durch Verabreichung einer Glukosevariante visualisiert, die mit einem Radioisotop markiert ist. Die PET-Bildgebungstechnologie kann die Stellen im Körper anzeigen, an denen die erhöhte Stoffwechselaktivität lokalisiert ist. Krebszellen haben einen hohen Stoffwechsel, so dass die molekulare Bildgebung diese Zellen im Körper sichtbar macht. Wenn die Krebstherapie an einen Patienten verabreicht wird, ist es möglich, die Wirksamkeit der Behandlung mit der molekularen Bildgebungstechnik zu verfolgen und zu beobachten, ob die Krebszellen verschwinden.

„Die Herausforderung für die molekulare Bildgebung kommt heute von den Klinikern, die mit den Krebspatienten arbeiten“, sagt Chris Reutelingsperger, Chief Scientific Officer der Firma PharmaTarget, die an innovativen Komponenten der molekularen Bildgebung arbeitet. „Ärzte müssen so schnell wie möglich wissen, ob die Krebstherapie, die sie dem Patienten geben, funktioniert. Derzeit muss ein Arzt 4-6 Wochen nach Beginn der Behandlung warten, bevor Diagnoseverfahren wie der PET-Scan die Wirksamkeit der Therapie melden können. Das bedeutet, dass ein Patient wochenlang einer toxischen Behandlung ausgesetzt sein kann, ohne dass die Behandlung positive Auswirkungen hat.“

„Wenn die Therapie wirksam ist, geschieht dies innerhalb von 24-48 Stunden. Wenn es feststellt, dass die aktuelle Therapie nicht funktioniert, kann der Arzt sie schnell auf eine andere umstellen.“

Laut Reutelingsperger ist es eines der Ziele der molekularen Bildgebung, den Klinikern die Möglichkeit zu bieten, die Wirksamkeit einer Behandlung so schnell wie möglich nach Beginn der Behandlung zu bestimmen. „Krebstherapien zielen darauf ab, die Krebszellen abzutöten. In den meisten Fällen beinhaltet der Tötungsprozess die Aktivierung der Apoptose – ein regulierter Prozess des Zellselbstmords. Die Apoptose hat eine spezifische molekulare Signatur, sodass man Zellen in der Apoptose von den lebenden Zellen unterscheiden kann – auf der Grundlage bestimmter Moleküle. Eine dieser Signaturen der Apoptose ist ein spezifisches Phospholipid, das sogenannte Phosphatidylserin, das mit dem Protein Annexin A5 nachgewiesen werden kann“, sagt Reutelingsperger. „Was wir getan haben, war Folgendes: Annexin A5 wurde mit einem radioaktiven Isotop markiert, das in der Klinik in der Nuklearmedizin eingesetzt wird. Radioaktives Annexin A5 wurde in die Blutbahn der Patienten injiziert. Je nach Art der radioaktiven Sonde können Sie entweder die SPECT-Technologie (Single-Photon-Emissions-Computertomographie) oder die PET-Technologie nutzen, um das Protein im Körper zu lokalisieren und damit die Anzahl der Krebszellen in der Apoptose zu lokalisieren und zu schätzen. Der Nuklearmediziner kann eine bestimmte Menge an Annexin A5 im Tumor vor und 24-48 Stunden nach Beginn der Behandlung messen. Eine durch die Therapie induzierte Erhöhung der Aufnahme von Annexin A5 deutet darauf hin, dass die Therapie eine Zunahme der Apoptose im Tumor bewirkt hat und somit zeigt, dass die Therapie wirksam ist. Umgekehrt, wenn es keine Erhöhung der Aufnahme gibt, zeigt es, dass die Therapie wahrscheinlich wirkungslos ist. In diesem Fall kann der Arzt nach Behandlungsbeginn relativ schnell entscheiden, die Therapie zu wechseln.“

Die Annexin A5-Plattform wird von PharmaTarget im Maastricht Health Campus entwickelt. „Wir entwickeln molekulare Bildgebungsprotokolle und Targeted-Drug-Delivery-Systeme auf Basis von Annexin A5. Derzeit entwickeln wir diese für präklinische Studien und bereiten die Basis für klinische Studien mit Patienten vor“, sagt Chris Reutelingsperger. „Deshalb freuen wir uns über die jüngsten Initiativen auf dem Brightlands Chemelot Campus, wo Basic Pharma eine Good Manufacturing Practice (GMP)-Fabrik entwickelt, um kleine GMP-Batches von Biologicals für die ersten Phasen klinischer Studien herzustellen. Eine solche Einrichtung ist von entscheidender Bedeutung für kleine Biotech-Unternehmen, die Diagnose- und Therapieprodukte biologischer Natur entwickeln, wie z.B. Anhang A5.“