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Ein Selenmangel kann eine wichtige Rolle im Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit Covid-19 spielen. Das Mineral findet man in Hering und Eiern. Genter Forscher untersuchen, inwieweit Selen Coronapatienten helfen kann.

Zu diesem Zweck wollen die Forscher der Universität Gent, des Universitätskrankenhauses Gent und des Allgemeinen Krankenhauses Jan Palfijn den Selenwert im Blut von Patienten mit dem Coronavirus messen. Der Hintergrund ist, dass ein großer Teil der flämischen Bevölkerung einen Selenmangel hat. Der Gehalt des Spurenelements, ein Mineralstoff, von dem der Körper wenig braucht, im Blut ist niedriger als empfohlen.

Frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Selenmangel und Entzündungen nach Virusinfektionen gezeigt. Selen gilt als essentielles Spurenelement mit Schutzwirkung.

Ältere Menschen mit niedrigem Selengehalt

Das Mineral enthält eine Reihe von Enzymen, die zur Funktion des Immunsystems beitragen. Die Enzyme sind ebenfalls Antioxidantien. Sie binden Chemikalien, die Schäden an Gewebe und genetischem Material verursachen, wie z.B. Entzündungen nach Virusinfektionen. In Westeuropa wurde bereits ein Selenmangel bei älteren, übergewichtigen und immungeschwächten Menschen festgestellt.

Der Zusammenhang zwischen Selen und Virusinfektionen ist bei mehreren anderen Viren nachgewiesen worden. Der Verlauf der Ebola-Krankheit in Afrika wurde mit Selenmangel in Verbindung gebracht. Bei Infektionen mit HIV wird bereits zusätzliches Selen verabreicht.

Und nun kann Selen vielleicht im Kampf gegen das Coronavirus helfen. Chinesische Forschung zeigt zum Beispiel, dass eine bestimmte Komponente in einem Labor die beste antivirale Wirkung gegen Covid-19 zeigte. Diese Komponente enthält Selen.

In Fisch und bestimmten Nüssen

Es ist bekannt, dass ein großer Teil der Bevölkerung in Flandern über die Nahrung zu wenig Selen erhält. Der Selengehalt im Blut der am schwersten betroffenen Covid-19-Patienten ist jedoch noch nicht untersucht worden.

In einem Land wie Finnland wird den Düngemitteln seit den 1980er Jahren Selen zugesetzt, um die Selenaufnahme über die Nahrung zu erhöhen. Hier scheint das Coronavirus weniger stark zuzuschlagen.

Vor allem in Fisch und bestimmten Nussarten ist viel Selen enthalten. Thunfisch, Hering, Makrele und Cashewnüsse gehören zu den selenreichen Nahrungsmitteln. Das Spurenelement kommt auch in Fleisch, Vollkorngetreide, Milchprodukten und Eiern vor. Bei pflanzlichen Produkten, wie z.B. Gemüse und Getreideprodukten, hängt die Menge vom Selengehalt im Boden ab, auf dem die Pflanzen angebaut wurden. In Westeuropa gibt es im Boden nur wenig Selen. Selen kommt im Fleisch vor, weil es dem Tierfutter zugesetzt wird.

Zu viel Selen schadet

Ein Teil der Bevölkerung nimmt Selen weniger gut auf. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen, einschließlich der Bevölkerung, die schwer an Covid-19 erkrankt ist.

Die Genter Forscher warnen davor, wie verrückt Selen einzunehmen, zum Beispiel durch Nahrungsergänzungsmittel. Das wiederum kann gesundheitsschädlich sein. Sie betonen, dass zunächst der Selengehalt im Blut bekannt sein muss, bevor dieser Schritt unternommen werden kann.

Die Forschung hofft, einen einfachen Test zu entwickeln, ob Selen tatsächlich wichtig für den Krankheitsprozess bei einer Coronainfektion ist. Dies sollte mit Hilfe eines Tropfens Blut aus dem Finger möglich sein.

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Über den Autor

Author profile picture Paul Smits ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Journalist. Die meiste Zeit arbeitete Paul als Reporter für eine Zeitung (Rotterdams Dagblad, AD). Heute arbeitet er als Freiberufler aus Südamerika (Ecuador).