Bild: A. Iturralde

Gebäude zu reparieren ist bisher eine aufwändige Angelegenheit. Es müssen Gerüste aufgestellt werden und Handwerker sind oft wochenlang mit den einfachsten Arbeiten beschäftigt. Wie schön wäre es da, wenn das alles mit weniger Aufwand, schneller und oft auch genauer erledigt werden könnte. Zum Beispiel durch einen Roboter, der bis zu einer Tonne Gewicht heben kann.

Diesen Roboter gibt es bereits. Er ist Teil des EU-Projekts Hephaestus, das die Erforschung von Robotern und autonomen Systemen im Bauwesen fördert. Der Prototyp kann sich mithilfe von acht Kabeln in alle Richtungen drehen und bewegen. Gleichzeitig kann der modulare Bausatz eine ganze Reihe Werkzeuge dabei haben. So kann er ein beliebiges Werkzeug bedienen, um eine Aufgabe zu erledigen. Das kann bei jedem Einsatz des Hephaestus-Roboters ein anderes sein. Außerdem hat er auch alle anderen nötigen Zusatzgeräte an Bord.

Daher wäre der Roboter in der Lage, mehrere Aufgaben innerhalb der gebauten Umgebung zu erfüllen. Er könnte beispielsweise die Gebäudestruktur scannen, um genaueste Daten zu erhalten, er könnte vorgefertigte Paneelen installieren, Fassaden von Hochhäusern reinigen und streichen, beschädigte Elementen ersetzen, Risse reparieren, Solarzellen warten usw. Je nach Fassadengröße kann das System, bzw. die Länge der Kabel, individuell angepasst werden. Laut Aussagen der Wissenschaftler ist die größte Herausforderung noch, die richtige Seilspannung zu erreichen.

In Zentralspanien haben die Forscher für die ersten Tests des Systems einen einhundert Quadratmeter großen Versuchsstand aufgebaut, der eine dreigeschossige Gebäudefassade nachbilden soll.

Das ist das Hephaestus-Projekt

Beim Hephaestus-Projekt, an dem auch Wissenschaftler der TU München beteiligt sind, dreht sich alles um neuartige Konzepte zur Einführung von Robotern und autonomen Systemen im Bausektor. Aktuell werden derartige Geräte hier kaum oder gar nicht eingesetzt. Die neuartigen Lösungen sollen für Arbeiten an der Fassade genutzt werden, wenn dieser Teil eines Gebäudes gebaut wird oder gewartet werden muss. Das Hephaestus-Projekt arbeitet an einer neuen, automatisierten Art und Weise, diese Arbeiten zu erledigen und bietet am Ende eine Gesamtlösung für die Produktion, Installation und Wartung.

Hephaestus basiert hauptsächlich auf einem seilgetriebenen Roboter und integriert mehrere Technologien: Neben dem kabelgebundenen Roboter auch einen modularen Endeffektor-Baukasten. Durch dieses Projekt soll der Bausektor in Europa gestärkt werden. Zugleich soll die europäische Roboterindustrie als Marktführer und Referenz in dem riesigen und neu wachsenden Markt für die Robotik positioniert werden.

Titelbild: Der Prototyp des Kabelroboters. Er ist für den Bau, die Reparatur und die Wartung einer Gebäudefassade ausgelegt. Bild: A. Iturralde

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Über den Autor

Author profile picture Petra Wiesmayer ist seit mehr als 25 Jahren als Journalistin und Autorin tätig. Sie hat bis heute hunderte Interviews mit Prominenten aus Entertainment, Sport und Politik geführt und zahllose Artikel über Entertainment und Motorsport für internationale Medien recherchiert und verfasst. Als großer Science-Fiction-Fan ist sie fasziniert von Technologien, die die Zukunft der Menschheit mitbestimmen könnten und liest und schreibt gerne darüber.