Wer Innovation Origins verfolgt, weiß jetzt, dass elektrisches Fahren in vollem Gange ist. Manchmal mit großen Sprüngen (durch Technologie, Gesetzgebung oder Unternehmertum) und manchmal mit erheblichen Verzögerungen (in der Regel verursacht durch das Scheitern einer dieser drei Variablen). Dabei setzen wir auf globale Trends, aber auch auf Entwicklungen in und um München und Eindhoven, unseren beiden Heimatstädten. Aus gutem Grund, denn gerade diese beiden Städte spielen weltweit eine führende Rolle bei Innovationen im Bereich der Elektromobilität. Zusammen mit den lokalen Technischen Universitäten (TUM und TU/e) gibt es zum Beispiel BMW, Siemens und Sono in München und Amber, Lightyear und der Automotive Campus in der Region Eindhoven.

Normalerweise schauen wir uns die neuesten Entwicklungen und die Ambitionen der beteiligten Personen und Organisationen an. Heute machen wir es etwas anders, denn was am Ende zählt, ist nur die Leistung im wirklichen Leben. Daher der Bericht über eine 1.500 Kilometer lange Reise durch die Niederlande, in einem vollelektrischen BMW i3 von Amber Mobility. Der Fahrer – und Erzähler dieser Geschichte – ist Joris van Rijn, Mitbegründer und Chief Sales bei Dutch Coding Company.

„Wir fahren elektrisch. Ist es praktisch? Unser e-roadtrip beweist, dass dies der Fall ist“

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Amber Auf Eine Fahrt durch die Niederlande mit dem Amber BMW i3

Elektrisches Fahren ist die Zukunft. Überall bauen die Automobilhersteller Ihre Kraftpakete. Viele größere Automobilhersteller (Audi, BMW, Hyundai, Nissan, Renault, Smart, Citroen – bald auch Volvo) und „dedicated electric“ Automobilhersteller (natürlich Tesla) ziehen mit: die Welt der Autos wird grüner. Auch neuere Konzepte wie Amber Mobility und Lightyear (beide Eindhoven) nehmen den Energiewandel vorweg. So wie Sono in München.

Warum nicht jetzt damit beginnen, unsere Erkenntnisse über das elektrische Fahren zu teilen? Genau deshalb ist einer unserer Gründer, Joris, mit einem Elektroauto durch die Niederlande gefahren.

amber Auf Eine Fahrt durch die Niederlande mit dem Amber BMW i3

Eines Mittwochs, am frühen Morgen, stieg ich in den BMW i3 von Amber Mobility ein. Motor an, Fuß auf die Bremse, Gang in D und – huh, ist der Motor wirklich an? Auch nach zwei Wochen vergaß ich manchmal, ob das Auto gestartet war oder nicht: Man hört wirklich keinen Unterschied. Nennt mich einen Naturverrückten, aber es ist toll, durch einen Wald fahren zu können und niemand zu stören.

„Zu zeigen, dass die Reichweite von Elektroautos kein Problem mehr ist – es ist nur eine Frage der Gewöhnung“

2 Stunden Fahrt, 15 Minuten Pause

Meine Tour durch die Niederlande umfasste etwa 1.500 km, davon 1.000 km zwischen Städten und 500 km in und um die Stadt. Während der 1.500 km habe ich acht mal geladen (mit den Fastned Schnellladegeräten), was etwa 190 km pro Ladung entspricht. Mit einer maximalen Reichweite von 250 km ist dies sehr sinnvoll. Ich habe bewusst etwas öfter geladen, um immer 30% oder mehr in der Batterie zu haben. Das Laden war kein Problem. Zwei Stunden Fahrt, 15 Minuten Pause. Eine größere Reichweite ist natürlich besser, aber die Haltestellen waren immer nützlich: ein Kaffee, eine sanitäre Pause oder ein leckeres Mittagessen.

Effizient und preiswert

amber Auf Eine Fahrt durch die Niederlande mit dem Amber BMW i3

Während der Fahrt nahm ich mehrere Personen mit: niemand dachte, dass das Laden ein Problem sei. Es ist eine Frage der Denkweise. Man lädt schließlich auch sein Handy, Tablet und dergleichen über Nacht auf, wieso also nicht auch das Auto? Es dauerte nur ein wenig, bis man sich daran gewöhnt hat. Außerdem kostet das Aufladen nicht mehr als 10 Euro. An jeder Tankstelle habe ich mich und meine Passagiere mit Kaffee und Luxus-Sandwiches verwöhnt – und obwohl ich mein Bestes gegeben habe, war es nie teurer als die 70 bis 100 Euro in Benzin oder Diesel.

Vor allem als ich ein Verlängerungskabel aus dem Baumarkt genommen hatte, bemerkte ich, dass es keinen Grund zum Klagen gab: Fast überall konnte ich das Auto aufladen. Auf einem normalen Campingplatz bot mir die Besitzerin sogar ein Verlängerungskabel aus ihrer eigenen Steckdose an!

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Camping in einem „kleinen“ BMW i3. Drei erwachsene Männer mit all diesen Dingen stellten kein Problem dar

FastNed: Gute Abdeckung

Die gesamten Niederlande sind jetzt voll von FastNed Ladestationen – und wöchentlich werden Stationen hinzugefügt. Die Vision von FastNed: ein europaweites Netz von 150kW (oder 175kW) Ladegeräten (zum Vergleich: die meisten Ladestationen unterstützen jetzt 50kW). In den nächsten Jahren werden sich Elektroautos und Ladestationen rasant verbreiten, so dass Sie in der Praxis nicht mehr an das „Tanken“ Ihres Autos denken müssen. Bis dahin sind diese Fahrzeuge nicht nur für den Pendlerverkehr, sondern auch für den Urlaub (und E-Road-Trips!) geeignet.

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Ihr nächstes Auto

Amber Auf Eine Fahrt durch die Niederlande mit dem Amber BMW i3

Als einer der ersten Anwender praktisch aller Technologien weiß ich, dass man die Technik lieben muss, um jetzt elektrisch zu fahren. Beim Beladen eines Autos muss man Geduld haben; im Vergleich dazu ist das Befüllen mit flüssigem Kraftstoff immer noch ein schneller Schritt. Dennoch glaube ich, dass es kein schlechter Zeitpunkt ist, die Augen offen zu halten nach den Chancen auf dem Elektroautomarkt. Wir alle kennen die Teslas, aber jetzt, da die etablierten Automobilhersteller auch elektrische Ziele setzen, ist es ein guter Zeitpunkt, sich kritisch mit dem Kraftstoff für Ihr nächstes Auto auseinanderzusetzen. Kaufe ich mir ein Elektroauto? Ehrlich gesagt, ich hoffe es. Wenn möglich, bleibe ich bei den (elektrischen!) Shared-Car-Konzepten.