Die Niederlande sind bei Ladestationen für Elektroautos bereits jetzt die Nummer eins in Europa. Insgesamt gibt es laut Informationen der Unternehmensagentur RVO 46.000 ganz oder teilweise öffentlich zugängliche Ladepunkte. Diese Zahl soll sich in den kommenden Jahren beinahe verdoppeln. Die „Metropolitan Region Amsterdam Electric“ (MRA-Electric) hat an den französischen Mineralölkonzern Total den größten europäischen Konzessionsvertrag für den Bau und Betrieb von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge vergeben.

Ein weiterer positiver Punkt dieser neuen Ladestationen ist, dass der von Total Niederlande an das Ladungsnetz gelieferte Strom zu 100 % aus erneuerbarer Energie (Sonne, Wind, …) stammen wird und „zu Hause“ in den Niederlanden produziert wird. Außerdem hat Total Niederlande zugesagt, dass ein Teil dieses Stroms nach und nach sogar direkt aus der MRA-Region selbst kommen soll. Dadurch könnten die Fahrer der Elektroautos die Akkus ihrer Fahrzeuge mit lokal erzeugter und nachhaltiger Energie aufladen. Darüber hinaus will Total Niederlande neue Möglichkeiten der Solarstromerzeugung in der MRA-Region untersuchen.

Mit dem Ausbau des Ladenetzes in den drei Provinzen Nord-Holland, Flevoland und Utrecht wollen die Niederlande der rasant wachsenden Nachfrage nach solchen Ladepunkten Rechnung tragen. Diese 20.000 zusätzliche Ladestationen decken ein Gebiet mit rund 3,2 Millionen Einwohnern ab und etwa 15 % des derzeitigen niederländischen Bedarfs an Ladepunkten.

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„Gemeinsam auf dem Weg zu sauberer Luft”

„Für Total ist das ein bedeutender und beispielloser Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität, den niederländischen EV-Fahrern eine solche zuverlässige Ladeinfrastruktur und -dienste zur Verfügung zu stellen, die mit sauberem und erneuerbarem Strom betrieben werden“, sagte Alexis Vovk, Präsident für Marketing und Dienstleistungen und Mitglied des Exekutivausschusses von Total. „Er steht im Einklang mit unserem Ziel, bis 2025 in Europa 150.000 Ladepunkte zu betreiben und ein wichtiger Akteur im Geschäft mit der Elektromobilität zu werden.“

Und Maarten Linnenkamp, Projektleiter für „Elektromobilität” in der Metropolregion Amsterdam freute sich, dass man „dank des Projektansatzes der Metropolitan Region Amsterdam Electric (MRA-E), Regierungen und privaten Unternehmen” zusammenarbeiten und die Elektromobilität fördern könne. „Gemeinsam auf dem Weg zu sauberer Luft”, erklärte er.

Total Niederlande ist mit 4.500 öffentlichen Ladepunkten bereits heute der wichtigste Betreiber von Ladestationen in der MRA-Electric-Region.

Mit 46.000 Ladestationen und knapp 17,2 Millionen Einwohnern haben die kleinen Niederland die Nase damit weit vor Deutschland. Dort gibt es knapp 81,5 Millionen Einwohner, aber nicht einmal 17.900 Ladestationen. Am besten schneidet in der deutschen Statistik übrigens München ab. In der bayerischen Landeshauptstadt gibt es 1.103 öffentlich zugängliche Ladepunkte – bei etwas mehr als 1,5 Millionen Einwohnern. Den allergrößten Teil dieser Ladestationen haben die Stadtwerke München und der MVG errichtet. Und die Stadt verspricht, dass der Ausbau weitergeht – natürlich mit Ökostrom.

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