© Tidewave
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About Tidewave

  • Founders: Nina Fagerheim Åmodt, Elen Haugs Langvik und Bjørn Lorentzen
  • Founded in: 2017
  • Employees: 6
  • Money raised: €2.3 million von privaten Investoren, €1.6 million 'soft funding'
  • Ultimate goal: Revolutionieren der Behandlung und Prävention von Druckgeschwüren mit innovativer Technologie

In der Gesundheitsfürsorge ist das manuelle Drehen von Patienten sowohl für das Pflegepersonal als auch für die Patienten selbst anstrengend. Tidewave hat ein 30 Jahre altes Konzept weiterentwickelt und perfektioniert. So entstand die selbstbewegende Matratze, die dieses Problem lösen hilft. Innovation Origins sprach mit Bjørn Lorentzen, CEO des norwegischen Unternehmens.

Wie funktioniert die Matratze?

„Die Matratze sieht aus wie eine normale Schaumstoffmatratze, ist aber mit einer Pumpeinheit ausgestattet und in beide Richtungen biegbar. Wenn der Benutzer auf dem Rücken liegt und das Gerät eingeschaltet wird, beginnt sich die Matratze in eine sanfte U-Form zu biegen. Dies geschieht, indem es sich sanft um den Patienten faltet. Die Matratze bewegt sich so langsam, dass der Benutzer nicht einmal merkt, dass etwas passiert. Das System ändert die Verteilung des Drucks.

Sobald sie die vollständig gebogene Position erreicht hat, bewegt sie sich sowohl nachts als auch tagsüber hin und her. Auf diese Weise müssen die Patienten nicht mehr manuell gedreht werden und können ohne Unterbrechung schlafen. Die Geschwindigkeit, die Neigung und die Bewegungsrichtung – 30° zu beiden Seiten oder nur zu einer Seite – können eingestellt werden. Darüber hinaus kann die Matratze so eingestellt werden, dass man für eine bestimmte Zeit auf einer Seite liegt. Die Tatsache, dass es sich um eine gewöhnliche Matratze handelt, macht sie auch zu Hause verwendbar.“

Der Zeitraffer zeigt, wie die Matratze funktioniert – © Tidewave

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

„Alles begann in den späten 1980er Jahren. Audun Haugs – der Großvater von Elen Haugs, einem der Mitbegründer von Tidewave – erfand ein Werkzeug mit weichem Griff, um schwere, aber zerbrechliche Gegenstände zu bewegen. Es wurde für den Einsatz in der Erdölindustrie entwickelt. Eines Tages entdeckte er, dass die gleiche Technologie auch für Matratzen verwendet werden kann.

Er entwickelte daraufhin einen Prototyp, führte mehrere Tests durch und stellte fest, dass er Potenzial hatte. Allerdings hatte das Konzept auch viele Schwächen. Infolgedessen blieb es erst einmal bei diesem vielversprechenden Prototyp. Audun starb und seine Tochter übernahm das Projekt. Aber auch sie hat schließlich aufgehört, ihn weiter zu entwickeln. Während unseres Masterstudiums haben wir begonnen, uns auch für diese Idee zu interessieren. Wir haben Marktforschung betrieben und herausgefunden, dass es ein solches Produkt noch nicht auf dem Markt gibt. Und das mehr als 20 Jahre nach Auduns erstem Konzept. Daraufhin beschlossen wir, die Idee weiterzuentwickeln und gründeten Tidewave.“

Ein Krankenpfleger steht neben einer Tidewave-Matratze
© Tidewave

Warum ist Ihre Matratze eine bessere Lösung?

„Heutzutage ist das Drehen von Menschen von Hand die Standardprozedur, die vom Pflegepersonal oder von Familienmitgliedern durchgeführt wird. Ein solches Verfahren hat zwei große Probleme: Es erfordert schweres Heben durch das Pflegepersonal, und die Krankenhäuser haben nicht genug Personal, um dies zu tun. Darüber hinaus leiden häusliche Pflegekräfte unter Rückenschmerzen, weil sie Patienten manuell umdrehen, die ihrerseits durch das Umdrehen ein Trauma erleiden können.

Unsere Lösung löst all diese Probleme, indem wir eine Matratze anbieten, die sich kontinuierlich bewegt. Auf diese Weise verbessert die Matratze den Gesundheitszustand des Patienten und entlastet das Pflegepersonal von dieser schweren Aufgabe. Es beugt dem Wundliegen vor, das für die Patienten sehr schmerzhaft und problematisch ist. Diese Art von Verletzungen sind teuer in der Behandlung. Das Einzigartige an unserem Produkt ist, dass die Art und Weise, wie es sich dreht, ihnen das richtige Maß an Komfort bietet und die Reibung, die normalerweise mit dem Drehen verbunden ist, vermeidet.“

Was waren die größten Herausforderungen?

„Für uns war es schwierig, etwas zu schaffen, das einen besonderen Vorteil für den Matratzenbenutzer bietet. Eine Herausforderung auf dem Weg dorthin war die Schaffung einer benutzerfreundlichen Bedieneroberfläche. Ursprünglich dachten wir daran, in die Steuereinheit einen Touchscreen zu integrieren. Bei Tests haben wir jedoch festgestellt, dass dies nicht notwendig war. Es stellte sich heraus, dass es komplizierter war als die Bedienung über die Tasten. Trotz der Tatsache, dass wir viel Geld für die Entwicklung ausgegeben hatten, haben wir diese Funktion entfernt, um den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden.“

Was steht als nächstes auf dem Plan?

„Nach einem Jahr auf dem norwegischen Markt und einem Jahr Forschung auf dem internationalen Markt planen wir, in diesem Jahr Vereinbarungen in Schweden und Deutschland zu unterzeichnen. Bis Ende 2022 erwarten wir den Beginn des internationalen Vertriebs. Außerdem planen wir weitere klinische Studien in einem Spezialkrankenhaus in Norwegen. Wir möchten mehr über das Produkt und die Vorteile seiner Verwendung erfahren. Gleichzeitig sind wir im Begriff, ein Scale-up zu werden. Es gibt viel organisatorische Arbeit zu tun, und wir werden mehr werden, bei Tidewave.“

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