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About Wastics GmbH

  • Founders: Markus Himmelfreundpointner (CEO), Stefan Schott (COO), René Heinrich, Matthias Thallinger, Kerstin Ortbauer
  • Founded in: 2021
  • Employees: 4
  • Money raised: Eigenfinanzierung
  • Ultimate goal: Schaffung einer digitalen Lösung für die messbare Steigerung der Kreislaufwirtschaft in ganz Europa

Im Start-up Wastics hat sich ein Team mit ausgewiesener Expertise in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft zusammengefunden. Den Grundstein legten Markus Himmelfreundpointner und Stefan Schott. Der eine arbeitet im eigenen Entsorgungsunternehmen und der andere war in einem abfallerzeugenden Betrieb für Materialwirtschaft und Abfallentsorgung zuständig. Beide erlebten den hohen Verwaltungs- und Kostenaufwand, den die Bewirtschaftung von Abfällen mit sich bringt – vor allem wenn sie nachhaltig sein soll. Mit dem Tool, das sie gemeinsam mit ihren drei weiteren Gründern entwickelten, wollen sie die Prozesse vereinfachen und die Recyclingquote im Industriesektor erhöhen. In dieser Folge der Serie Start-up-of-the-Day spricht Stefan Schott über das Projekt und die Herausforderungen des Gründens.

Recyclingquote, Abfallwirtschaft, ökologische und digitale Abfallwirtschaft, Wastics,
BU: Das Wastics Gründerteam (v.l.n.r.): Matthias Thallinger, Markus Himmelfreundpointner, Kerstin Ortabauer, René Heinrich, Stefan Schott (c) Raphael Fasching

Was ist eure Motivation? 

„Es sind mehrere Problemstellungen, wir mit Wastics lösen wollen. Abfallerzeugenden Unternehmen entsteht ein hoher Verwaltungs- und Kostenaufwand bei der Bewirtschaftung ihrer Abfälle. Herausforderungen sind das Finden von passenden Verwertungsmöglichkeiten und Entsorgungsbetrieben, Dokumentation, Kommunikation mit Entsorgern, Erfüllung von rechtlichen Vorschriften, et cetera. 

Außerdem werden bei der Abfallentsorgung meist nur ökonomische Aspekte berücksichtigt. Unternehmen fehlt das Wissen über die Umweltauswirkungen, die durch die Sammlung und Behandlung von Abfällen entstehen, weshalb sie diese auch nicht berücksichtigen.

Das Potenzial, Abfälle als Ressource in den Kreislauf zurückzuführen wird bei weitem nicht ausgenutzt. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, Abfälle lokal zu recyceln und im Kreislauf zu führen, um gegen Klimakrise, Ressourcenknappheit und wirtschaftliche Abhängigkeit von ausländischen Ressourcen anzukämpfen.“

Wie können wir uns eure digitale Lösung vorstellen? 

„Mit Hilfe von Wastics können Unternehmen ihre Abfall- und Ressourcenströme verwalten, gesetzeskonforme Entsorgungs- und Recyclinglösungen finden und dabei ihre Kosteneffizienz und Umweltleistung steigern.

Unsere zentrale Innovation liegt in der Digitalisierung und Ökologisierung der Abfallwirtschaft. Mit unserem Tool können Betriebe verschiedene Entsorgungslösungen ökologisch bewerten und   Verwertungspotenziale identifizieren. Darauf kann dann ein intelligentes Matchmaking passender Akteure zur Schaffung nachhaltiger Wertschöpfungskreisläufe aufgebaut werden – und letztendlich die Recyclingquote erhöht werden.“

Was war das größte Hindernis, das ihr überwinden musstet? 

„Die derzeit größte Herausforderung ist die zeitliche Vereinbarkeit. Fast alle unsere Mitgründer:innen haben neben der Tätigkeit im Startup noch anderen berufliche Verpflichtungen. Mit der Sicherstellung weiterer Finanzierungen, wird sich dies jedoch bald ändern.“

Welche Leistungen haben euch wirklich stolz gemacht?

„Schön ist das positive Feedback, das sich unter anderem darin zeigt, dass wir unter die TOP10 der klimawirksamsten Startups im Greenstart Programm des österreichischen Klima- und Energiefonds gewählt wurden. Auch dass wir laufend Jobbewerbungen erhalten und mittlerweile auch mehrere Voluntäre und Voluntärinnen beschäftigen, macht uns stolz und zeigt, dass wir mit unserer Lösung zur Erhöhung der Recyclingquote auf dem richtigen Weg sind.“

Wie schwer war es, eine Finanzierung zu bekommen?

„Momentan sind wir noch eigenfinanziert. Es sind jedoch gerade einige Förderanträge in Begutachtung und wir rechnen mit einer Finanzierung von etwa 400.000 Euro innerhalb des nächsten Jahres. Außerdem laufen gerade Gespräche mit ersten Investoren und Business Angels.“

Wie sind die Bedingungen an eurem Standort?

„Zwar nimmt die Digitalisierung in der österreichischen Abfallwirtschaft immer mehr an Fahrt auf, aber es gibt noch viel zu tun. Durch digitale Lösungen könnten Transparenz und Effizienz noch deutlich gesteigert werden. Auch der zunehmende Trend zur Kreislaufwirtschaft in Österreich, kommt unserem Vorhaben entgegen.“

Wo möchtet ihr mit Wastics in fünf Jahren sein – was ist euer höchstes Ziel?

„In fünf Jahren möchten wir nicht mehr nur in Österreich, sondern auch am europäischen Markt aktiv sein. Unser Ziel ist es, die Recyclingquote industrieller Abfälle in Europa zu erhöhen und messbar zu Klimaschutz und Ressourcenschonung beizutragen. Unser höchstes Ziel ist, Wastics zu DER Standardlösung in der Bewirtschaftung nachhaltiger Abfälle zu machen.“

Was macht eure Innovation besser/anders als existierende Dinge?

„Vor allem unser ökologischer Ansatz unterscheidet uns von anderen angebotenen Produkten. Wir bewerten mit unserem ecoScan die Umweltauswirkungen von konkurrierenden Entsorgungsmöglichkeiten. Dadurch können Kunden bei jedem Auftrag darauf achten, dass ihre Abfälle möglichst geringe Umweltauswirkungen verursachen.

Während sich andere Lösungen nur auf einzelne Aspekte des Entsorgungsgeschäfts fokussieren, bieten wir eine All-in-One Solution für Kreislaufwirtschaft an. Im Wastics-Ökosystem werden Unternehmen zukünftig sämtliche abfall- und ressourcenrelevanten Tätigkeiten vollkommen digital abwickeln können.“

Hiring?

„Wir suchen nach Full-Stack Developern als Unterstützung für unser IT-Team. Auch Bewerbungen für Volontariate sind gerne gesehen.“

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