i-Med Technology. Foto: Marcel van Hoorn.
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Wenn man sich die medizinischen Verfahren der Zukunft vorstellt, denkt man schnell an (Roboter-)Chirurgen mit VR-Brillen, an Infrarotbilder, die Gefäße im Körper beleuchten, und an lebensechte 3D-Bilder. Diese Zukunft ist näher als man denkt. Mit dem von i-Med Technology entwickelten Digital Head Mounted Microscope (DHM) für den Einsatz im Operationssaal haben Chirurgen relevante Informationen auf einen Blick zur Verfügung und können noch präziser arbeiten. „Wir wachsen schnell und steigen jetzt auch in den Dentalmarkt ein“, sagt Jaap Heukelom, Mitbegründer von i-Med.

Hochpräzise, mikroskopische Eingriffe werden im Operationssaal immer alltäglicher. Auch heute noch verwenden Chirurgen Hilfsmittel wie Mikroskope und Lupen, um diese Eingriffe korrekt durchzuführen. Diese Instrumente sind jedoch in ihren Möglichkeiten begrenzt und können nicht in neue digitale Entwicklungen integriert werden.

Jetzt hat i-Med Technology, angesiedelt auf dem Brightlands Maastricht Health Campus, einen Nachfolger für diese Geräte entwickelt: ein am Kopf zu tragendes Digitalmikroskop mit gestochen scharfer 3D-Bildqualität, Zoomfunktion und einer leistungsstarken LED-Lampe. Eine Kamera filmt den Operationstisch. Die Bilder werden dann ohne Verzögerung digital auf die Augen des Chirurgen projiziert. Zuschauer innerhalb und außerhalb des OPs können auf Bildschirmen in Echtzeit „mit den Augen des Chirurgen“ sehen und Augmented-Reality-Ebenen wie MRT- und CT-Scans hinzufügen. Auch 3D-Aufnahmen sind für Ausbildung und Analyse möglich.

Mitbegründer von i-Med Jaap Heukelom, Mitbegründer und CTO Vincent Graham und CEO Johan van de Ven
Mitbegründer Jaap Heukelom (links), Mitbegründer und CTO Vincent Graham (Mitte) und CEO Johan van de Ven (rechts)

Ein Schritt vorwärts

Auf diese Weise ist i-Med in der Lage, die medizinische Welt einen Schritt nach vorne zu bringen. „Da die Chirurgen hochauflösende Bilder hinzufügen können, stehen ihnen alle relevanten Informationen auf einen Blick zur Verfügung“, erklärt Heukelom. „Es ist nicht mehr notwendig, die Arbeit zu unterbrechen, um CT- oder MRT-Bilder auf einem Computerbildschirm zu betrachten, so dass sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren können. Dadurch wird das Risiko von Fehlern und Komplikationen verringert. Außerdem werden die Arbeitsabläufe dadurch kürzer.“

Nicht nur Chirurgen und Patienten profitieren von der digitalen Lupe. Auch die Qualität der medizinischen Ausbildung wird verbessert. Das DHM wird zum Beispiel im Anatomieunterricht in Universitätskliniken in den Niederlanden eingesetzt. „Unter anderem haben die Universität Maastricht, die Universität Utrecht und das Radboudumc unser System bereits eingesetzt“, sagt Johan van de Ven, CEO von i-Med. „Medizinstudenten sehen durch 3D-Videomaterial Dinge, die sie normalerweise nicht sehen würden. Wir bekommen sehr viel positives Feedback.“

Die USA und Japan

Vor vier Jahren entwickelte i-Med den ersten Prototyp seines Produkts. In der Zwischenzeit hat das Unternehmen große Fortschritte gemacht und die vierte Generation des Systems ist fertig. Die ersten Systeme sind bereits an verschiedene Organisationen im In- und Ausland verkauft worden. „Unter anderem ist die Universität Maastricht beteiligt und hat in das Produkt investiert“, sagt Heukelom. Auch im Ausland kommt der Ball ins Rollen. „Wir haben Exemplare an Interessenten in den Vereinigten Staaten, Italien und Japan verkauft. Darauf sind wir sehr stolz.“

Zahnärzte und Chirurgieroboter

I-Med überschreitet nicht nur nationale Grenzen, sondern erschließt auch neue Märkte. Zum Beispiel kann das digitale Mikroskop relativ einfach für Zahnärzte aber auch für chirurgische Roboter handhabar gemacht werden. „Es gibt viele Synergien zwischen diesen Märkten“, sagt Van de Ven. „Nehmen wir zum Beispiel die Anwendung für Zahnärzte. Die Maschinen, die Elektronik, die Displays und die Kameras bleiben in gewisser Weise gleich. Deshalb können wir Zahnärzten schon in relativ kurzer Zeit helfen, einen Digitalisierungsschritt zu machen.“ Darüber hinaus wird der Eindhovener Roboterhersteller Microsure das System bald ausgiebig an seinen Betriebsrobotern testen. „Wir haben auch andere vielversprechende Kontakte in Eindhoven und Deutschland.“

Unterstützung durch LIOF

LIOF, die regionale Entwicklungsagentur für Limburg, unterstützt innovative Unternehmer in Limburg durch Finanzierung und Beratung. Kürzlich gewährte die Entwicklungsgesellschaft i-Med eine Finanzierung in Form eines Wandeldarlehens aus dem Beitragsfonds mit dem Ziel, schließlich Mitgesellschafter des Unternehmens zu werden und das Unternehmen für neue Investoren attraktiver zu machen.

„Wir von LIOF konzentrieren uns auf eine Reihe wichtiger Übergänge, darunter auch das Gesundheitswesen“, erklärt Jeffrey Lutje Spelberg, Investmentmanager bei LIOF. „Wir sagen voraus, dass i-Med die medizinische Welt einen großen Schritt voranbringen wird. Dem Startup ist es gelungen, Kopien seines Produkts an Krankenhäuser in Zeiten von Corona zu verkaufen. Das ist etwas Besonderes, da in dieser Zeit viele Krankenhäuser abgeschottet waren und sich die Medizintechnikunternehmen in einer schwierigen Lage befanden. I-Med hat die Situation gut bewältigt, und das war ein besonders positives Signal.“

Auch die breite Anwendbarkeit des DHM in angrenzenden Märkten gibt dem Startup eine große Chance auf Erfolg, ergänzt Lutje Spelberg. „Chirurgen können ihre Arbeit besser machen und bald werden wir das Produkt auch in Zahnarztpraxen sehen. Aufgrund dieser Vielseitigkeit bin ich zuversichtlich, dass es ein solides Geschäft werden wird.“

Es gibt noch viel zu tun

In der kommenden Zeit wird i-Med mit Partnern zusammenarbeiten, um Verbesserungen am DHM vorzunehmen. „Letzte Woche haben wir unser Produkt auf einer großen kardiovaskulären Ausstellung (EVC) hier in Maastricht vorgestellt. 90 Chirurgen und Medizinstudenten konnten den DHM ausgiebig testen. Wir haben alle Rückmeldungen gesammelt und sind zu dem Schluss gekommen, dass das System zum Beispiel etwas leichter gemacht werden könnte, um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen. Wir werden unser Möglichstes tun, um das umzusetzen“, sagt Van de Ven.

Darüber hinaus wird das System für den Einsatz in Zahnarztpraxen weiter optimiert. Heukelom: „Besonders wichtig ist es, Rücken- und Nackenbeschwerden vorzubeugen. Zahnärzte müssen in der Lage sein, aufrecht zu sitzen und trotzdem in den Mund ihrer Patienten zu schauen. Das bedeutet, dass wir den Blickwinkel des Mikroskops anpassen werden.“

„Kurzum: Es gibt noch viel zu tun“, fügt Van de Ven abschließend hinzu. „Wir sind daher auf der Suche nach neuen, talentierten Mitarbeitern, die unser Team verstärken, und die Investition von LIOF ermöglicht uns diese Neueinstellungen auch.“

Kollaboration

Diese Geschichte ist aus einer Zusammenarbeit zwischen LIOF und unserer Redaktion entstanden. Innovation Origins ist eine unabhängige Journalismus-Plattform, die ihre Partner sorgfältig auswählt und nur mit Unternehmen und Institutionen zusammenarbeitet, die unsere Mission teilen: die Verbreitung der Geschichte der Innovation. So können wir unseren Lesern wertvolle Geschichten bieten, die nach journalistischen Richtlinien erstellt werden. Origins mit anderen Unternehmen zusammenarbeitet? Dann klicken Sie hier