Die Entwicklung des Elektroautos ist ein Erfolg, so Stephan Neugebauer, Leiter der globalen Forschungskooperation beim deutschen Automobilhersteller BMW. Seiner Meinung nach spielen dabei Subventionen der Europäischen Union und der Mitgliedsstaaten eine große Rolle.

Deshalb gibt es heutzutage so viele verschiedene Arten und Größen von Elektrofahrzeugen. Leider kann man das über den Markt nicht sagen. Neugebauers allgemeine Schlussfolgerungen sind, dass diese Autos zu teuer sind, nicht genügend Reichweite haben und, dass es nicht genügend Ladestationen gibt. Deshalb sollte die EU mehr Geld in eine bessere Ladeinfrastruktur investieren, wie er hohen Beamte der Europäischen Kommission letzte Woche geraten hat.

Stephan Neugebauer, BMW Foto: Lucette Mascini

Niemand kauft ein Auto ohne Ladestation

„Niemand wird ein Elektroauto kaufen, wenn er es nicht in der Nähe seiner Arbeit oder zu Hause aufladen kann. So einfach ist das. Deshalb müssen wir unsere Partnerschaft mit der Europäischen Union fortsetzen [EU-finanzierte Forschung, Hrsg.], nur dass wir uns nicht mehr nur auf die eigentliche Entwicklung des Autos selbst konzentrieren müssen, wie das vor allem in den letzten Jahren der Fall war. Wir sollten uns auf die Zusammenarbeit mit anderen konzentrieren, wie Energieunternehmen und Kommunen.“

Neugebauers Ziel ist es, ein engmaschiges Netz von Ladestationen zu schaffen. Das ist nur möglich, wenn die Kommunen dafür Platz in ihren Raumordnungsvorschlägen machen. Gleichzeitig will er mehr Ladestationen, an denen man schneller laden kann. Das erfordert eine Zusammenarbeit mit Energieunternehmen.

Die EU sollte für die Zusammenarbeit bezahlen

Nach den Worten des BMW-Direktors geht es um verschiedene Interessengruppen, darunter auch die Automobilindustrie selbst. Aber auch zum Beispiel um Unternehmen, die digitale Dienste anbieten, die alle zusammenarbeiten sollten, um diese neue Infrastruktur zum Laufen zu bringen. Diese Zusammenarbeit sollte aus dem Forschungsbudget der EU finanziert werden, das Teil des Horizon Europe-Programms ist. Das wird sich in den nächsten Jahren auf rund 100 Milliarden Euro belaufen.

Das Elektroauto könne den Markt nur erobern, wenn es genauso einfach zu laden sei wie ein Handy, glaubt Neugebauer. „Man muss nur irgendwo hinfahren können und den Stecker in eine Steckdose stecken, damit man ein Auto aufladen kann. Das ist meine Vision für die Zukunft.“

Neue Kraftstoffe für Hybridfahrzeuge nötig

Es sollte auch Ladestationen für Hybridautos geben. „Man sollte davon ausgehen, dass verschiedene Arten von Elektroautos für verschiedene Zwecke benötigt werden. Sie können in der Stadt ein Elektroauto fahren, während Sie für längere Strecken einen Hybrid benötigen, der auch einen Verbrennungsmotor hat. Es ist wichtig, dass wir einen alternativen Kraftstoff für diese Autos entwickeln, damit wir keine fossilen Brennstoffe mehr verwenden müssen.“

Ansonsten würden wir das Ziel der EU, bis 2050 fast vollständig klimaneutral zu sein, nicht erreichen können.

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