Wendy Kroon/Pixabay

Wir kennen es alle: Autos, die Schlange stehen und auf einen Parkplatz in einem Parkhaus warten, das dem Ort, an dem Sie sein wollen am nächsten liegt. Natürlich ist dieses (fast) voll. Die Autos warten ungeduldig und hupen, wenn sich jemand nicht ein paar Meter weiterbewegt.

In einem Parkhaus, das sage und schreibe 3 Minuten entfernt ist, gibt es jede Menge freie Plätze.

Also könnten Sie stattdessen dorthin. Doch einige Leute stehen nicht nur nicht an, sondern beschließen auch, den nächsten logischen Schritt zu tun und etwas anderes zu versuchen. Ein ganz anderer Ansatz, wie zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder für eine Nacht dableiben. Oder sie parken ihr Auto sogar am anderen Ende der Stadt zu einem weitaus günstigeren Tarif.  Dann nehmen sie die Straßenbahn oder den Bus ins Stadtzentrum.

Brisantes Thema

Das Gesundheitswesen braucht einen solchen Ansatz. Wir haben ein System geschaffen, in dem wir Dinge beheben, obwohl wir wissen, dass viele dieser Probleme verhindert werden könnten. Neben dem menschlichen Aspekt besteht ein echter Bedarf an einer Änderung des Ansatzes. Tatsächlich halte ich das für ein brisantes Thema, das bisher größtenteils vernachlässigt wurde.

Das Gesundheitswesen wird schon sehr bald mit einer Verdoppelung der Nachfrage konfrontiert sein. Es hat bereits mit einem enormen Fachkräftemangel und hohen Burnout-Raten zu kämpfen. Während die Patienten vermehrt ein anderes Dienstleistungsmodell verlangen, muss das alles innerhalb des gleichen, begrenzten Budgets geschehen. Oder sogar noch weniger. Also glaube ich, dass es gar nicht mehr so lange dauern wird, bis das System sich selbst zerstört. Dann wird Chaos ausbrechen. Das haben wir teilweise in Großbritannien gesehen, da die Reparatur des NHS viel teurer ist, als die Notwendigkeit dafür zu vermeiden. Wir sprechen also von einem doppelten Präventionsplan, der hier gebraucht wird: für den Bürger/Patienten und für das System.

Jede medizinische Fachkraft würde sagen, dass die Vorstellung, dass bis zu 50% der Erkrankungen verhindert werden könnten, bereits seit Jahren auf der Tagesordnung steht. Trotzdem sehe ich, dass im Moment ein gewisser Fortschritt stattfindet.

Verschiedene Modelle

Heutzutage werden die Patienten in ihrem Alltag als Bürger „verwöhnt“ und zwar durch Webshops, die noch am selben Tag, teilweise sogar innerhalb einer Stunde, Dinge liefern. Gleichzeitig kommt eine Technologie zum Einsatz, die sich basierend auf Beweisen als effektiv erwiesen hat. Die Krankenkassen beginnen, den Einsatz verschiedener Modelle zu fordern. Eine deutliche Mehrheit gibt komplexe, risikoarme Routineverfahren außerhalb von Krankenhäusern in Auftrag. Und neue Spieler betreten die Arena. Klingt nach einem „perfect storm“, oder? Ja – und das sollte es auch! Es gibt KEINE Möglichkeit, mit dem aktuellen Modell, Tempo oder Preis Schritt zu halten. Meiner Meinung nach ist die Lösung für (die Herausforderungen des) Gesundheitswesens GESUNDHEIT.

Kombinieren von Technologien und einbinden anderer Branchen wie:

  • Nahrung (Anbieten mehr gesunder Nahrung, vielleicht sogar basierend auf der Krankheit, mit der Sie leben).
  • Transport (Hin- und Her-Transport von Patienten zu Ambulanzen) und
  • Bankwesen (finanzielle Schulden senken, die mit der Nutzung des Gesundheitswesens zusammenhängen)

Nur so ein paar Beispiele. Statt bei dem aktuellen Modell, das kontinuierlich schrittweise verbessert wird, sollte zu einem Modell übergegangen werden, dass nicht anstehen muss.

Wir müssen umdenken und uns an realistische Möglichkeiten im Jahr 2019 anpassen und die Ersten in der Schlange sein, anstatt einfach weiter zu hupen.

Über diese Kolumne:

In einer wöchentlichen Kolumne, die abwechselnd von Maarten Steinbuch, Mary Fiers, Peter de Kock, Eveline van Zeeland, Lucien Engelen, Tessie Hartjes, Jan Wouters, Katleen Gabriels und Auke Hoekstra geschrieben wird, versucht Innovation Origins herauszufinden, wie die Zukunft aussehen wird. Diese Kolumnisten, gelegentlich ergänzt durch Gast-Blogger, arbeiten alle auf ihre Weise an Lösungen für die Probleme unserer Zeit. Damit es morgen besser wird. Hier sind alle vorherigen Episoden.

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