In den Alpen ist der erste Schnee längst gefallen – und die Weihnachtsferien sind nicht mehr weit. Höchste Zeit, die neuesten Fortbewegungsmittel auf Schnee zu erkunden.

Klar, Skifahren ist die führende Wintersportart – aber sicher nicht die einzige. Start-ups weltweit tüfteln an neuen Technologien und wagen Fusionen, die nicht immer naheliegend sind:

4500 Jahre alt, sind Skier sicher die best erforschten Wintersportgeräte. Trotzdem können Sie immer wieder überraschen. Aktuell ist es die Digitalisierung, die Optimierungen ermöglicht.

1 Maßanfertigung x Massenherstellung

Das österreichische Unternehmen Original+ entwickelte einen selbst lernenden Online-Ski-Konfigurator. Dieser wertet die Antworten aus 21 personenbezogenen Fragen aus und konfiguriert mithilfe künstlicher Intelligenz die geeigneten Skier. Das Programm wurde gemeinsam mit dem Start-up Fact.AI entwickelt. Gründungsidee war es, individuell angepasste Skier für viele zu ermöglichen. Die Modelle von Original+ sind ab 660 Euro erhältlich.

Möglich wurde die Kommerzialisierung der Maßanfertigung durch mehrere Maßnahmen:

  • die Automatisierung des Kundengesprächs;
  • der modulare Skiaufbau, der 600 Bauweisen für Skier ermöglicht;
  • die Verbindung der flexiblen Skimanufaktur mit der präzisen Serienproduktion;

Jedes Skimodell ist aus 32 Teilen gefertigt, die auf den Fahrer abgestimmt werden. Zentrales Element ist der Holzkern, der aus Pappel, Esche oder einer Kombination der beiden Hölzer hergestellt werden kann. Dessen Zusammensetzung, Verarbeitung und Stärke wirken sich auf das Fahrverhalten aus und werden entsprechend angepasst.

2 Schneeschuhe x Skier

Das Bedürfnis, Skifahren mit Ausdauersport zu verbinden, hat eine große Tourenski-Sport-Bewegung hervorgebracht. Die Verbindung von Bergsteigen und die anschließender Abfahrt erforderte einen Technologiesprung: Die Ausrüstung musste leichter und flexibler werde. So konnte sowohl die Mühelosigkeit im Aufstieg als auch der Griff in der Abfahrt gewährleistet werden. Im Skifahren noch relativ leicht machbar, war dies im Snowboarding schwieriger. Insbesondere der Aufstieg war bisweilen nur mit dem Splitboard möglich. Aber nicht alle Snowboarder sind damit zufrieden.

Drift, ein Label aus den Wasatch Mountains in Utah, entwickelte eine Alternative und vollzog dabei eine Fusion aus drei Disziplinen:

  • die Einfachheit von Schneeschuhen;
  • die Geschwindigkeit von Skiern;
  • den Griffigkeit von Tourenskiern;

Eingeschworene Snowboarder verwenden Drift Boards nur für den Aufstieg und tauschen diese am Gipfel gegen das Snowboard aus. Die leichten und handlichen Boards sind unkompliziert am Rucksack zu befestigen. Die Leichtigkeit ist dem Material Carbon zuzuschreiben. Auch der Holzkern fällt – laut den Machern – nicht schwer ins Gewicht. Vor allem aber verleiht dieser den Boards die Stabilität, die für die Abfahrt notwendig ist. Drift Boards funktionieren nämlich auch als eigenständige Sportgeräte. Form und Konstruktion verleihen ihnen Vielseitigkeit und fügen der Abfahrt eine spielerische Komponente hinzu. Die Aluminium-Bindung hat den Vorteil, dass sie  mit allen Boots funktioniert.

3 Skier x Downhill-Mountainbike

Drei kurze Skier und ein sattelloser Fahrradrahmen bilden die technische Grundlage für das Snogo Bike. Die Fusion ist nicht ganz naheliegend und vermittelt eine vollkommen neue Erfahrung auf Schnee. Dennoch soll die Einstiegshürde niedrig sein, so das amerikanische Start-up. Die drei Skier können sich unabhängig voneinander bewegen und vermitteln im Zusammenspiel mit dem Lenker Kontrolle und Stabilität. Koordinierte Bewegungen ermöglicht die synchronisierte Gelenktechnik. Avancierte Skifahrer können auf dem Snogo Bike auch Tricks ausführen, wie zum Beispiel Drehungen und Sprünge.

Die Füße sind in einer Art Bindung zwar fix positioniert, aber nicht angeschnallt, dadurch können diese kontrollieren, sind aber gleichzeitig frei. Dadurch kann zum Beispiel beim Start ein Fuß zum Anschubsen benutzt werden.

Auch an den Transport des Snogo Bikes haben die Erfinder gedacht. Ein Haken ermöglicht die Fixierung am Sessellift. Nach Gebrauch ist das Gerät in Bike und Skier zerlegbar und hat im Kofferraum Platz.

Ein Video zu Snogo Bike finden Sie unter diesem Link

4 Skier x Eislaufen

Die Fortbewegung auf Schnee auf Schuhe mit Gleitfläche reduzieren? Es ist wie Eislaufen auf Schnee, man könne sie auch Snowkates nennen, sagen die Erfinder von Snowfeet, ein tschechisches Start-up. Die Aussicht, nicht mehr Ausrüstung als eine Art Bindung mit einer Art Skispitze zu brauchen, ist tatsächlich reizvoll.

Die Wintersportgeräte sind leicht, klein, passen in jede Tasche und können unkompliziert transportiert werden. Die Bindung ist weitenverstellbar und lässt sich an alle Schuhe anpassen – vorzustellen wie eine Bindung für Snowboard-Softboots. Man kann zwar Snowboardschuhe verwenden, muss aber nicht.  Auch wasserdichte Winterschuhe sind geeignet, so lange diese die Knöchelgelenke ausreichend stützen.

Die Geräte sind aus verstärktem Fiberglas und haben Metallkanten für schnelles Bremsen und Fersenbremsen zum Verlangsamen des Fahrens. Zu nutzen sind sie zum auf und abseits der Piste genauso wie im Snowpark. Menschen mit akrobatischen Ambitionen können darauf auch Salti schlagen …

Ein Video zu Snowfeet finden Sie unter diesem Link

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